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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ruhig Blut

Paula

Das kann ja wohl nicht so schwer sein, diese Band einfach nur lieb zu haben? "Als Es Passierte", schrieben wir das Jahr 2000, und Paula erreichten mit ihrem Debütalbum "Himmelfahrt" schon fast Kultstatus. Noch vor dem gepushten deutschsprachigen Getümmel schrieben sie weitere elektronische Pop-H
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Das kann ja wohl nicht so schwer sein, diese Band einfach nur lieb zu haben? "Als Es Passierte", schrieben wir das Jahr 2000, und Paula erreichten mit ihrem Debütalbum "Himmelfahrt" schon fast Kultstatus. Noch vor dem gepushten deutschsprachigen Getümmel schrieben sie weitere elektronische Pop-Hits wie "Jimmy" und "Von Guten Eltern". Zwei Longplayer ("Liebe", "Warum Berlin") folgten mit nicht weniger warmherziger Aufmerksamkeit. Dann durfte Paula sich erst mal ein wenig erholen, und die beiden Protagonisten, Elke Brauweiler und Berend Intelmann, widmeten sich einigen Soloprojekten. Mit "Ruhig Blut" erscheint nun das vierte Album, und hier löst sich das Duo nicht nur vom Berliner Elektro-Pop-Dasein. Von "Veränderungen" singen sie, und dazu gehört, dass Herr Intelmann sich nicht mehr als volles Mitglied sieht (schreibt aber weiter fleißig Texte und Musik) und dennoch wieder mal eine wohlklingende Harmonie zwischen den beiden herrscht. Frau Brauweiler holt sich ganz einfach musikalische Verstärkung an Gitarre (Thomas Hessler), Schlagzeug (Nils Oljenczak) und Bass/Keyboard (Arne Gosh). In dieser Formation wird leidenschaftlich gerockt, das Tanzbein hitverdächtig geschwungen ("Es Kommt Immer Alles Anders") oder in verträumten Popmelodien über das Leben erzählt. Allein der Titeltrack verführt mit goldigen Zeilen wie: "Du hast ein Herz so groß wie ein Auto, wie passt das bloß komplett in dich rein?" Dazu die mädchenhafte Stimme von Frau Brauweiler, und die Welt liegt ihr wieder mal zu Füßen. Amor steht auch in "Ruhig Blut" an erster Stelle, denn schließlich "verbindet Liebe, und dabei wäre es manchmal angemessen, die alte Liebe zu vergessen ..." In jeglicher Hinsicht. Paula erzählen Geschichten, die das Leben schreibt, und winken hier und da mal gerne mit dem Zaunpfahl. Warum nicht einfach die Vergangenheit hinter sich lassen und der städtischen Provinz endlich mal den Rücken kehren, um den besten Platz der Welt aufzusuchen?! Mal ehrlich, daran denkt jeder von uns und schafft es doch nicht, denn schließlich lernen wir von Paula, dass "Liebe verbindet". Ansonsten hätten sich die Trennungsgerüchte der Band vielleicht noch als Wahrheit herausgestellt?! Der 80er-Sound hat sich endgültig verabschiedet, das hier ist einfach wunderbare Popmusik in Text und Melodie. Gerne brechen sie auch mal die strengen Sing-Deutsch-Gesetze und platzieren, très charmant, ein französisches Chanson in die Mitte des Albums ("Vallerie"). Bei Paula entdeckt man immer irgendwo sich selbst, und deshalb fühlt man sich ihnen verbunden und findet eine musikalische Freundin zum In-die-Tasche-Stecken. Voilà. Eine Platte zum Verlieben, für Verliebte oder solche, die es werden wollen.