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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Folker

Paul Westerberg

Zuletzt beglückte uns der Chef der weiland Replacements im Oktober 2003 mit einem Album seines durchgeknallten Alter Egos Grandpaboy. Jetzt hat er unter eigenem Namen wieder ein Soloalbum veröffentlicht, das mit Westerberg’schem Humor den Titel ›Folker‹ verpasst bekam. Direkt und rudimentär geht’s a
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Zuletzt beglückte uns der Chef der weiland Replacements im Oktober 2003 mit einem Album seines durchgeknallten Alter Egos Grandpaboy. Jetzt hat er unter eigenem Namen wieder ein Soloalbum veröffentlicht, das mit Westerberg’schem Humor den Titel ›Folker‹ verpasst bekam. Direkt und rudimentär geht’s auf dem Album zu, insofern kann man die Verbindung zum amerikanischen Verständnis von Folk schon verstehen. Aber eigentlich gibt’s hier dreizehn famose Roots-Rock’n’Roll-Nummern, die im besten Sinne Americana sind. Westerbergs Stimme steckt, mit Verlaub, Dylan und Petty locker in die Tasche. Das darf man sagen, wir sind hier ja nicht beim Rolling Stone. Seine Songs sind Perlen tiefer Traurigkeit und verschmitzten Humors, die eine gewachsene Gelassenheit ausstrahlen. Dieser Typ hat was erlebt, aber er reitet nicht drauf rum. Höchstens erzählt er mal zurückhaltend was. Das sind dann leise Geschichten über seinen Vater, verlorene Freunde und Lieben, aber auch sehr lustige kleine Seitenhiebe auf das Musikgeschäft und Irrungen und Wirrungen menschlichen Empfindens. Der Mann versteht es, ironisch zu sein. Aber zu verletzen, das hat er nicht nötig. Dafür ist das Leben zu kurz. Wenn man Paul Westerberg auf seinem neuen Album zuhört, dann bekommt man neben wahrlich toller Musik auch noch ein paar Gelegenheiten, den Mann etwas näher kennen zu lernen. Lohnenswerte Sache.