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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Sundur«

Pascal Pinon

Eine isländische Künstlerfamilie bedient nur vordergründig den Trademark-Sound des heimischen Folk.
Geschrieben am
Endlich ist dieser Sommer am Abbiegen, in dem Island vor allem mit dem »Thunder-Clap« des sympathischen Fußballteams bei der EM assoziiert wurde, den Verklärte irgendwie als Wikinger-Tradition ausmachten. Dabei hat Island doch so viele andere schöne Trademark-Rhythmen: Gar keinen zum Beispiel oder irgendwie sanft gepluckert oder spielzeugmäßig plinkernd. Aber endlich schließt der Sommer nun, endlich darf Island wieder all about Elfen sein, Zwerge und Feenwesen! 

Gut, diese Zeiten sind seit ein paar Jahren eigentlich gegessen, auch wenn Pascal Pinon das Kindchenschema Island auf ihrem Album »Sundur« vordergründig bedienen. Zwillingsschwestern mit den klingenden Namen Ásthildur und Jófríður Ákadóttir spielen an Harmoniegesang reichen, abseitigen Folk, Papa Áki Ásgeirsson steuert die Schrottteil-Rhythmik bei. Immerhin aber benannte sich die Band nach einem Sideshow-Darsteller. Und Jófríður ist auch Sängerin der Gruppe Samaris, die eher der James-Blake-Schule entstammt als Múms Kräutergarten. Das Touren jener Gruppe ist auch verantwortlich dafür, dass diesem dritten Album keine lange Einkuschelphase der Schwestern voranging. Das hier ist alles roh und spontan aufgenommen, mit der Energie von Künstlerinnen, die sich gerade wieder finden müssen. Das tut »Sundur« wirklich gut: Die LP klingt in weiten Teilen wie nackte Versionen früher Joanna-Newsom-Stücke. Ziemlich großartig also!

Pascal Pinon

Sundur

Release: 19.08.2016

℗ 2016 Morr Music

Pascal Pinon »Sundur« (Morr / Indigo)