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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

CD 1

Pascal Fuhlbrügge

Es ist gut, wenn sich Musiker so nennen, wie sie von Haus aus heißen, und das auch aufs Plattencover draufschreiben. Das zeugt von Gelassenheit, von einer angenehmen Abgeklärtheit. Ist ja klar, unser Mann ist schon lange dabei. Und sein Name geht den Leuten oben im Norden runter wie Butterfisch: FUH
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Es ist gut, wenn sich Musiker so nennen, wie sie von Haus aus heißen, und das auch aufs Plattencover draufschreiben. Das zeugt von Gelassenheit, von einer angenehmen Abgeklärtheit. Ist ja klar, unser Mann ist schon lange dabei. Und sein Name geht den Leuten oben im Norden runter wie Butterfisch: FUHLBRÜGGE. Das hätte damals eine Wortkreation der Mongo Clikke sein können, so schmoov kommt das. Aber wir sind jetzt erst mal kurz in den Achtzigern, bei L'Age D'Or und bei Kolossale Jugend. Hier rulet noch der Indie im Leben von Pascal Fuhlbrügge, hier werden wichtige Grundsteine gelegt. Viele Dinge passieren in Hamburg. Ein paar Jahre später dann geben sich im Camp-Imperial-Studio (und auf der gleichnamigen Compilation) die Rockgitarre und der Tanzboden freundschaftlich die Hand. Hier tritt Fuhlbrügge gemeinsam mit Jimi Siebels (Egoexpress) erstmals als Sand11 in Erscheinung. Und ab jetzt ist Dancefloor angesagt. So auch auf dieser ersten Werkschau des Herrn Fuhlbrügge, einer Zusammenstellung von teilweise bereits erschienenen Vinyl-Singles. Dabei funktioniert "CD 1" ein wenig wie ein DJ-Mix, die Übergänge und Musikstile sind fließend. Fuhlbrügge scheint kein typischer Laptop-Frickler zu sein, der einsam an seinem Werk arbeitet. Überall grüßen Freunde und Kollegen und hinterlassen ihre Spuren in der Musik: Da ist etwa die Band Novack, der Fuhlbrügge selbst auch angehört, mit entspanntem Gitarren-Gegniedel, da sind der Popchor Berlin, Jake The Rapper, DJ Patex und sogar der alte Weggefährte Kristof Schreuf. Das Schöne dabei ist: Immer, wenn man das Gefühl hat, die Platte versandet in gefälligen Humsibumsi-Beats, gibt es eine Überraschung. Dann geht's straight in Richtung Durchdrehen. Oder es kommt die wirklich hübsche Coverversion von Nicos "These Days". Und das erinnert dann angenehmst an die experimentelle Camp-Imperial-Zeit, in der so manch Indie-Typ das Tanzen gelernt hat. Da ist eine offensichtliche Nähe zu Egoexpress in diesem Musizieren. Und das zeigt: The top old boys from Hamburg still do it!