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Entanglements

Parenthetical Girls

Wie weit lässt sich orchestraler, verschrobener Rock auf die Spitze treiben, ohne dass alles in einem kabaretthaften und geschmäcklerischen Kleinkunstdesaster zu Tal geht?
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Wie weit lässt sich orchestraler, verschrobener Rock auf die Spitze treiben, ohne dass alles in einem kabaretthaften und geschmäcklerischen Kleinkunstdesaster zu Tal geht?

Eine Frage, die sich die Parenthetical Girls aus Portland, Oregon seit jeher stellen. Und eine Aufgabenstellung, an der sie auf ihrem hier vorliegenden dritten Album fast scheitern. So ambitioniert sich die Band um Mastermind Zac Pennington in ihrer Verschmelzung von hibbeligem Buster-Keaton-Core, Weirdo-Pop und Neo-Klassik-Gestolper auch darstellt, so furios fackelt sie gerne mal prinzipiell faszinierende Songs in einem Zitat-Potpourri ab, das vieles funkelnd andeutet, mitunter aber nur wenig Charakter und Substanz transportiert.

Solcherlei ein wenig selbstgefällig ausgestelltem Kultur-Checker-Gepränge stehen Momente reinsten Genies gegenüber, die beweisen, dass Pennington und sein Mikro-Orchester sich durchaus auf Seele, klug dosierte Freak-out-Power und vor allem auf erhabenes Pathos verstehen. Gerierten diese großartigen Musiker sich nicht so plakativ als heroisch umwölkte Verfechter des künstlerischen Erbes von Kurt Weill über Brian Wilson bis hin zu Steve Reich, man wüsste vor Verzückung nicht mehr ein noch aus. In dieser Form wünscht man sich ein wenig mehr Stringenz und Aufgeräumtheit.