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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Dual Pleasure2

Paal Nilssen-Love & Ken Vandermark

Wie kommt es eigentlich, dass in der letzten Zeit alle Labels, die unvermittelt auf der Matte stehen und dann im Wochentakt Alben veröffentlichen, deren undogmatische Kreativität und Vielfalt nur noch staunen machen, aus Skandinavien kommen? Liegt es am »jodhaltigen Wasser« (Elfriede Jelinek) dort
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Wie kommt es eigentlich, dass in der letzten Zeit alle Labels, die unvermittelt auf der Matte stehen und dann im Wochentakt Alben veröffentlichen, deren undogmatische Kreativität und Vielfalt nur noch staunen machen, aus Skandinavien kommen? Liegt es am »jodhaltigen Wasser« (Elfriede Jelinek) dort oben? Erst April (Opiate & Co.), dann Jazzland (Wesseltoft, Aarset & Co.) und Rune Grammophon (Supersilent, Maja Ratkje, Arne Nordheim & Co.), jetzt Smalltown Supersound (Jaga Jazzist, Martin und Lars Horntveth, Mats Gustafsson & Co.). Wobei das Netzwerk noch enger wird, wenn man bedenkt, dass der Smalltown-Supersound-Artist Kim Hiorthoy zugleich für das grafische Corporate Design von Rune Grammophon verantwortlich zeichnet. Jetzt erscheinen gleichzeitig ein aktueller Arbeitsbericht von STS, der eindrucksvoll die Bandbreite des Labels zwischen Verspieltem (Hiorthoy), Nettem (Jaga Jazzist), Witzig-Kindlichem (Toy), Doof-Kindlichem (Martin Horntveth), Überflüssigem (Sonic Youth) und Großartigem (Yuichiro Fujimoto) ausbreitet, ein Hammeralbum und ein Versprechen auf die Zukunft. Zum Hammer: Chicagos Ken Vandermark trifft sich zum zweiten Mal mit dem Wunderdrummer Paal Nilssen-Love zur Improvisation zwischen Geräusch und purer Schönheit. Ein irrwitziges Album, rau, energetisch, neugierig, abenteuerlustig und riskant. Und dann ist da noch die erste Single von The Thing, ein Vorbote des Debütalbums ›Garage‹. The Thing, das sind Mats Gustafsson, Ingebrigt Haker Flaten und Paal Nilssen-Love, also Saxophon, Bass, Schlagzeug – und die drei covern aufs Primitivste primitiven Garagenrock der Yeah Yeah Yeahs oder, noch besser, der Sonics (›Have Love Will Travel‹), instrumental, aber mit Free-Jazz-Energie. Das ist so wüst und aufreizend dreckig, dass das Sonics-Original dagegen wie ‘ne Angeber-Virtuosen-Nummer klingt. Die aufregendste Jazz-Single seit 20 Jahren!