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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Thin Black Duke«

Oxbow

Sie waren schon dabei, als Fugazi und Killdozer die US-Hardcorekeller füllten. Nach zehn langen Jahren veröffentlicht die Band aus San Francisco ein fantastisches, komplexes und avantgardistisches neues Album.
Geschrieben am
Wie soll man bloß eine Band abfeiern, die seit 1989 existiert, sich frei improvisierend in den Bereichen Noise-Rock, Avantgarde-Jazz und Blues bewegt und optisch wie live vor allem vom muskelbepackten, charismatischen Frontmann und Sänger Eugene Robinson geprägt wird? Die sich zudem genüssliche zehn Jahre Zeit nahm, um ein neues Album zu produzieren, nach eigener Aussage das Destillat aus sechs Jahren intensiver und improvisierter Arbeit? Das Quartett quittiert Fragen hierzu mit stoischer Künstlermiene, sie sind sich selbst genug und äußerst zufrieden mit dem Ergebnis. Oxbow sind zudem kein offenes Buch, das Material will erarbeitet werden. Inmitten einer weiterhin klanglich souveränen Produktion (zwei Vorgänger wurden von Steve Albini produziert), Robinsons einschneidend-aufwühlenden Gesangslinien zwischen Falsett und gepresstem Flehen und eines flockig groovenden Instrumentalkorsetts, das sich längst von stupiden Rockismen verabschiedet hat, ist genug Platz für melodische Faszinosia, die jeden aufmerksamen, neugierigen Hardcore-Frührentner in ihren Bann ziehen und die Jugend aufrütteln sollten, damit die Zeit nicht umsonst verstrichen ist.

Oxbow

Thin Black Duke

Release: 19.05.2017

℗ 2017 Hydra Head Records