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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Binary Childhood«

Otzeki

In London ist nicht alles Rock, was glänzt. Das Elektronik-Duo Otzeki tritt hierfür den schlüssigen Beweis an.

Geschrieben am

Der Londoner Süden ist für Gitarren-Rock derzeit zwar der angesagte Hotspot auf dem Planeten, aber auch sonst lohnt sich ein Blick auf die britische Hauptstadt: Die beiden Cousins Mike Sharp und Joel Roberts lösen mit ihrer ersten LP alle Versprechen der vorangegangenen Releases ein und überzeugen mit ihrem abgedunkelten, bluesigen Electro-Sound auf ganzer Linie. »Binary Childhood« beschäftigt sich mit dem Aufwachsen in einer vernetzten Welt, in der sich die digitale Persönlichkeit längst etabliert hat, lange bevor sie im realen Leben eigentlich ausgereift ist.

Dieser intellektuelle Ansatz im Songwriting wird getragen von Sharps reduzierter (Blues-)Gitarre und seinem souligen Timbre, das sich auch schon mal ins Falsett erhebt, wie etwa in »Sun Is Rising«. Roberts zeichnet derweil für den warmen, groovigen Unterbau aus hypnotischen Loops und knisternden, trickreichen Beats verantwortlich. Das erinnert vom Klangbild manchmal an die wunderbaren Moderat oder auch an S O H N. Selbst notorische Skeptiker, die von Hause aus keinen Zugang zu elektronischer Dance-Music haben, müssen sich davon angesprochen fühlen. Kann man einer Band ein noch größeres Kompliment machen? Es bleibt weiterhin spannend auf der Insel.

Otzeki

Binary Childhood

Release: 13.04.2018

℗ 2018 Discophorus