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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Armpit Buffet

Otto von Schirach

Tattoos poliert und frische Chirurgenhandschuhe angezogen, jetzt kommt der Krachkollabo-Overkill de luxe. In jenem Land, wo das I in IDM für Industrial steht und die Folterknechte statt Daumenschrauben DSP-Plug-ins verwenden, ist Otto von Schirach einer der härtesten Klangarbeiter und Knüppelbeat-Ma
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Tattoos poliert und frische Chirurgenhandschuhe angezogen, jetzt kommt der Krachkollabo-Overkill de luxe. In jenem Land, wo das I in IDM für Industrial steht und die Folterknechte statt Daumenschrauben DSP-Plug-ins verwenden, ist Otto von Schirach einer der härtesten Klangarbeiter und Knüppelbeat-Maniacs. Das gemeinsam von den Labels Schematic und Detroit Underground – na ja, je nach kulinarischen Vorlieben – appetitlich angerichtete und reichhaltige „Armpit Buffet“ besteht aus zwanzig Tributen an den Meister im Moshpit der Gothic-Cyborgs: Von Venetian Snares über Soft Pink Truth bis Jamie Lidell drängt sich alles, was schon einmal einen Snaresound richtig kaputtgehäckselt hat, um dem Heiligen Otto zu huldigen. Etwas bescheidener und realitätsnäher könnte man allerdings statt von Tributen auch schlicht von einer Remix-Sammlung sprechen. Das Tolle/Erschreckende daran: Alle zwanzig Stücke klingen tatsächlich auch in den Remixversionen insgesamt so homogen und ihrem ursprünglichen Schöpfer hauteng auf den Leib geschneidert, als hätte der sie selbst gemacht und „Armpit Buffet“ wäre sein neues Album. Was letztlich auch wieder für die hart erarbeitete Schirach’sche Soundsignatur spricht. Wo Otto draufsteht, ist eben auch von Schirach drin: kein Takt ohne explodierende Splitterbeats, kein Track ohne Bürgerschreckpose. Vor diesem Buffet haben die geneigten HörerInnen wieder mal die Qual der Wahl: lieber etwas Carpaccio von „Earjuice Synthesis“ oder doch eher „Vomitar“ auf Räuchertofu? Aber wie hieß es doch auf einem Von-Schirach-Release gemeinsam mit den hier ebenfalls vertretenen Kumpels von Phoenecia so schön: „Pick Your Perversion“.