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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Bosporus Bridge

Orientation Expirienced by j.J. Cooper´s Liquid Lounge

“Listen to the new sound where orient and occident melt together. As the Bosporus Bridge connects Europe with Asia, this music bridges the gap between two cultures, making them one. Listen to ORIENTATION, feel the strength, sadness and melancholy but also joy, happiness and power. Dance to it, love
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Autor: intro.de

“Listen to the new sound where orient and occident melt together. As the Bosporus Bridge connects Europe with Asia, this music bridges the gap between two cultures, making them one. Listen to ORIENTATION, feel the strength, sadness and melancholy but also joy, happiness and power. Dance to it, love to it, do with it what you will.” Die weiche Frauenstimme will uns hinübergeleiten in einen Traum. In den Traum vom kreativen Miteinander der Kulturen - an deren Schnittpunkte und darüber hinaus. Leider steckt diese Integration scheinbar immer noch so sehr in den Kinderschuhen, daß eine türkisch-deutsche Kooperation wie das Projekt ORIENTATION mehr ist als nur Musik. So wogte denn jüngst der Tageszeitungswald in Little Istanbul (im Volksmund Berlin genannt) hin und her zwischen Feuilleton und politischer Randbemerkung, als es galt, das “Thema ORIENTATION” einzuordnen. Was oftmals blieb, waren wohlklingende Worthülsen. Ich gebe gern zu, daß türkische Musik, egal ob traditionell oder poppig, für mich eine fremde Welt ist. Am Rande registriert als Soundtrack in der Dönerbude oder aus dem Walkman der Sitznachbarn in der U-Bahn. ORIENTATION versucht eine Annäherung, die weit weniger hochkulturell aufgeblasen ist, als das oben zitierte Intro vermuten läßt. Türkischer Gesang, Harmonien und traditionelle Instrumente wie Saz oder Kementscher treffen auf Dancefloor-Grooves. Dabei begegnen sich zwei verschiedene Arbeitsweisen des Musikmachens: die “klassische” Handarbeit von Band oder Ensemble und das digitale Sound-Design von Produzent J.J. Cooper. Das Erstaunliche hierbei: am Ende ist das Bild sehr rund, besticht das Album durch seine atmosphärische Geschlossenheit. Als Grundstimmung überwiegen allerdings Ruhe und eine gewisse Wehmut, je länger die CD rotiert. Mehr Stücke vom Format von “Aziza’s Advice”, dem Rap der türkischen HipHop-Queen AZIZA-A, oder des breakbeatigen “Anton’s Dream” hätten dem Experiment sicher nicht geschadet. Ein interessanter Anfang - jetzt braucht es den Mut, weiterzugehen.