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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

The Altogether

Orbital

Sicherlich, wenn Produzenten lange dabei sind, passiert es schnell, dass man ihnen das Rolling-Stones Syndrom unterstellt. Dieses Nicht-Aufhören-Können oder-Wollen (seit '89 dabei, die fünfte Platte. Kollege Krumbein stellte letzten Monat die Frage, “ob sie jemals wieder so den Nerv der Zeit treffe
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Sicherlich, wenn Produzenten lange dabei sind, passiert es schnell, dass man ihnen das Rolling-Stones Syndrom unterstellt. Dieses Nicht-Aufhören-Können oder-Wollen (seit '89 dabei, die fünfte Platte. Kollege Krumbein stellte letzten Monat die Frage, “ob sie jemals wieder so den Nerv der Zeit treffen werden wie 1994”. Dabei ist es ernsthaft zu überlegen, ob die Hartnolls noch im selben Maße auf Zeitgeistphänomene angewiesen sind oder obsie sich nicht inzwischen ein gewisses Maß an Autonomie erarbeitet haben. Orbital ist kein Rave-Act mehr und muss nicht mehr ausschließlich die Kinder des '89er Summer Of Love bedienen. Orbital haben inzwischen schon lang die Grenzgänger eingewickelt, diejenigen, die neben Elektronik auch schon immer auf Bombast und Stadionrock-Atmosphäre abgefahren sind. Die Hartnolls wissen das zu instrumentalisieren. Sie machen Musik und gehen damit in die assoziierten Räume, welche Möglichkeiten eröffnen, dem Multimedialen eine Chance zu geben. Erst dieses zweite Standbein macht die Sicht frei und lässt den Schluss zu, dass Orbital seit jeher ihr Ding gemacht haben. Entsprechend ist “The Altogether” wieder ein nicht greifbares Crossover-Werk voller rockender Elektronik und säuselnder Popmusik, dessen Charme allein schon in der Gnadenlosigkeit liegt, mit der hier Berg- und Talfahrt aufeinander folgen.