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Player's Call

ORAN "JUICE" JONES

ORAN "JUICE" JONES ist immer für Überraschungen gut. Dem '86er-Hit "The Rain" auf "Def Jam", mitproduziert übrigens von R. SIMMONS höchstpersönlich, waren drei eher erfolglos zu nennende Alben gefolgt, so daß das Label sich irgendwann genötigt sah, die Akte "Soul und ORAN 'JUICE' JONES" vorerst zu s
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Autor: intro.de

ORAN "JUICE" JONES ist immer für Überraschungen gut. Dem '86er-Hit "The Rain" auf "Def Jam", mitproduziert übrigens von R. SIMMONS höchstpersönlich, waren drei eher erfolglos zu nennende Alben gefolgt, so daß das Label sich irgendwann genötigt sah, die Akte "Soul und ORAN 'JUICE' JONES" vorerst zu schließen. Aber Totgesagte leben eben doch länger, und so fand sich schließlich in "Tommy Boy" eine neue Plattenfirma.
Und deren Investition hat sich gelohnt: von keinem Geringeren als Memphis-Soul-Legende Willie Mitchell produziert und komplett von Musikern eingespielt, ist "Player's Call" ein charmantes (Heavy)Soul-Album im Stile der 70er. Stück um Stück werden alte "Motown"-, "Memphis"-, "Stax"-Hits reminisziert, ORANs Partner STU LARGE klingt wie ISAAC HAYES, und gemeinsam beschreiben sie vortrefflich das Leben eines Players vom alten Schlage. Ein Leben weit außerhalb vom Mainstream, wo der Broterwerb durch dubiose Geschäfte hart erworben wird, unstete Beziehungen um so romantischer verklärt werden ("feste" natürlich auch) und "Männlichkeit" einer steten Demonstration bedarf. Allzu aggressive und ungestüme Töne werden dabei - ganz im Gegensatz zum HipHop - vermieden, sie wären auch nicht stilvoll (geschweige denn gesund), denn die eigene Stellung bemißt sich schließlich an ihrer Inszenierung, so wie GRAN DADDY I.U. einmal vortrefflich formulierte: "I even got Soul in my penis" ("Soul Toch", 1990). Wichtig ist nur, daß die anderen daran glauben ...