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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Warten auf den Bumerang

Olli Schulz Und der Hund Marie

Das erste miese Album des Grand Hotel Van Cleef. Ausgerechnet Labelliebling Olli Schulz hat es verbockt. Quatsch! Und gleich doppelt falsch: „Warten auf den Bumerang“ erscheint auf dem Label, ähem, Labels. Zudem: Was soll denn bitte bei einer Olli-Schulz-Und- Der-Hund-Marie-Platte schieflaufen?! Nic
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Das erste miese Album des Grand Hotel Van Cleef. Ausgerechnet Labelliebling Olli Schulz hat es verbockt. Quatsch! Und gleich doppelt falsch: „Warten auf den Bumerang“ erscheint auf dem Label, ähem, Labels. Zudem: Was soll denn bitte bei einer Olli-Schulz-Und- Der-Hund-Marie-Platte schieflaufen?! Nichts! Wahrscheinlich niemals. Solange der große Mann noch singt, ist sein Opus nicht zu Ende. Mehr noch: Nimm ihm die Gitarre, und er bleibt der Anekdotenkönig. Nimm ihm die Stimme, und er tanzt schöner als eine Feldulme im Herbststurm (zu sehen auf der neuen Homepage). Nimm ihm schließlich den „Affenbär“, und er schreibt dir dieses Album auf dein Herz. Gib ihm jetzt alles wieder zurück und höre dir „Warten auf den Bumerang“ an!

„All die Menschen haben Geschichten / Aber keiner holt sie ab“, näselt der Sympath dort zu Beginn, nur um sich Sekunden später leise, aber aufrichtig zu widersprechen: „Doch! Einer holt sie ab.“ Olli Schulz. Das klingt dann so: „Betrunken in der S-Bahn, fährt er vor sich hin / Er isst einen Döner, die Soße klebt am Kinn / Zug fährt in den Tunnel, Scheiben spiegeln sich / Er schaut nur kurz hinein und denkt, mein Gott, das bin ja ich“ („Das Leben beißt“). Es ist schwer, einzelne Zeilen aus den Songs zu reißen, um die Größe dieses Album zu fassen. Nur noch das: Olli Schulz rührt dich und mindestens fünf deiner Freunde zu Tränen. Nur mit „Arme Väter“. Ganz ohne Rotwein vorher. Es ist ebenso schwer in Zeichen auszudrücken, wie unglaublich das alles arrangiert ist. Streicher, wo sie Sinn ergeben, perfekt gesetzte Beats, sogar Swing. Olli Schulz, die Liebeskatze, ist gekommen, um zu bleiben. Und hat auf seinem dritten Album gemeinsam mit Dennis Becker, André Frahm und natürlich Max Schröder das vollzogen, was in diesem Magazin eigentlich als der große Trend elektronischer Acts 2006 manifestiert wurde: die Bandwerdung. Mensch war er ja schon immer.