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Black Sheep Boy

Okkervil River

Konzeptalben wie dieses würde man jetzt nicht mit Alt. Country in Verbindung bringen, das war doch eher in den 70ern unter Prog-Rockern üblich. Will Sheff und seine Band Okkervil River beginnen ihr zweites Album (neben unzähligen EPs) “Black Sheep Boy” mit einer Coverversion des gleichnamigen Tim-Ha
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Konzeptalben wie dieses würde man jetzt nicht mit Alt. Country in Verbindung bringen, das war doch eher in den 70ern unter Prog-Rockern üblich. Will Sheff und seine Band Okkervil River beginnen ihr zweites Album (neben unzähligen EPs) “Black Sheep Boy” mit einer Coverversion des gleichnamigen Tim-Hardin-Songs. Hier beginnt die allegorische Geschichte eines Jungen, der von zu Hause weggerannt ist. Und es sind traurige, oft mit brutalem Symbolismus befrachtete Kleinode der Erinnerung, die uns hier präsentiert werden und auch eine nahe am (angenehmen) Kitsch angesiedelte Romantik nicht scheuen. Der sicherlich oft angeführte Vergleich mit Bright Eyes kommt jedenfalls nicht von ungefähr: Vor allem das opulente “So Come Back, I’m Waiting” hätte auch auf “I’m Wide Awake, It’s Morning” seinen Platz gefunden, doch während Conor Oberst immer mehr Nähe zu Gram Parsons offenbart, scheint Sheff eher Neil Young als Referenz angeben zu wollen. Bei aller Schönheit des Songwritings kann seine Stimme allerdings nicht die gleiche Zerbrechlichkeit transportieren wie die Obersts (oder Youngs), sonst wäre “Black Sheep Boy” mit seiner einzigartigen Symbiose von Text und Musik, Gefühl und Verstand, Erinnerung und Gegenwart eine Sensation geworden. Eine fantastische Platte, trotzdem.