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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Zwei«

OK Kid

Hip-Pop ist so ein omnipräsentes Ding geworden, dass man fast vergessen hat, dass er nicht immer Charts-kompatibel und aussagelos weichgespült daherkommen muss. OK Kid setzen mit »Zwei« eine erfreuliche Ausnahme – mit vermeidbaren Abstrichen.
Geschrieben am
Ach, Zahlen sind etwas Tolles: Das zweite Album der drei Kölner erscheint drei Jahre nach dem Debüt »OK Kid«. Auf dem Cover von »Zwei« grüßen zwei Finger, wahlweise Peace-Zeichen oder ausgestreckter Mittelfinger. Kein Zufall, denn was sich dahinter verbirgt, ist Hip-Pop mit Aussage und Kontur. Und während andere davon singen, dass sie lange nicht mehr wie ein Astronaut geflogen sind, heißt es bei OK Kid einfach: »Mir egal. Bis ich aufschlag, beweis ich, dass ich flieg.« Was woanders Sinnsuche ist, ist hier auch mal Gin-Suche, wie im Track »Bombay Calling«. Zwischen Szene-Alkoholismus und Friedenserklärung mit dem Mittelfinger rappt auch noch Megaloh. So pointiert, so einfach und so genial kann das manchmal sein, wenn man etwas zu sagen hat und das auch noch will. Umso mehr schmerzt, wenn der Wischi-Waschi-Pop in manchen Tracks doch überhandnimmt. Da sind sie, die Abstriche. Doch dann lässt man sich noch mal reinziehen und drückt einfach Play. »Wahrscheinlich nicht so schlau wie ihr. Schillers Faust nie gelesen, Larry-Clark-Filme zitiert«, heißt es gleich am Anfang. Irgendwie großartig, trotz Abstrichen.

OK KID

Zwei

Release: 08.04.2016

℗ 2016 Four Music Productions GmbH

OK Kid »Zwei« (Four / Sony / VÖ 08.04.16)