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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Top 7

Obszöne Bandnamen

Kürzlich erreichte uns das neue Album von Alte Sau und kitzelte mal wieder unsere pubertäre Freude an Bandnamen hervor, die manch einen rot werden lassen. Deshalb gibt es diesmal in unseren Top 7 eine kleine Auswahl an heimischen und internationalen Klassikern.

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01 Blumen Am Arsch Der Hölle
Eigentlich hätte man diese Liste komplett mit den Namen von Jens Rachuts zahlreichen Bands füllen können. Und auch wenn uns seine neueste – besagte Alte Sau – auf die Idee brachte, so muss doch der äußerst vulgärpoetische Name seiner zweiten Band nach Angeschissen diese Liste anführen. Schöngeist und die im Punk weit verbreite Analfixierung trieben nie eine schönere Blüte.

02 The Slits
Damit dieses Spiel nicht reine Männerhumorsache bleibt: Auch die Slits – was übersetzt, äh, Die Scheiden heißt – sorgten für rote Wangen, als sie Mitte der Siebziger auf der ersten Punkwelle ritten und so was wie die Vorläufer der Riot Grrrls wurden. Sängerin Ariane Forster alias Ari Up war zur Zeit der Bandgründung übrigens erst 14 Jahre alt. Kürzlich ist auch die Biografie der Slits-Gitarristin Viv Albertine, »A Typical Girl«, auf Deutsch erschienen. Muss man lesen!

03 Pisse
Gar nicht so kacke sind auch Pisse. Eher im Gegenteil: Die 2012 in Hoyerswerda gegründete Punkband ist vielleicht sogar mit das Beste, was Punk dieser Tage zu bieten hat. Eine Aussage, die sie hassen werden – vor allem, weil sie im Intro steht und nicht im Ox. Ihr aktuelles Album »Mit Schinken durch die Menopause« gefällt jedenfalls ungemein – dank Hits wie »Nervenheilanstalt«, »Szeneprinz« und »Scheiß DDR«. 

04 Perfect Pussy
Und wir sind immer noch – oder schon wieder – unterhalb der Gürtellinie und bei Acts, die mit ihrem Schaffen und ihrem Spirit zeigen, dass nicht nur Typen den Unterleib feiern dürfen. Die New Yorker um Meredith Graves sind bekennende Sleater-Kinney-Fans, musikalisch aber im Vergleich eher härter unterwegs. Kein Wunder: Graves stammt aus der Hardcore-Szene und fühlte sich von dem dort immer noch grassierenden Chauvinismus angefeuert. 

05 Eisenpimmel
Die Freunde der filigranen Wortkunst aus Duisburg tragen einen Namen, der sich nicht nur prächtig auf Bandshirts oder als Unterleibstattoo macht, sondern einem mit dem Holzhammer, pardon: Eisenpimmel einprügelt, dass man den Satire-Faktor ihrer Musik nicht unterschätzen sollte. Legendär bis heute: das Boxset ihres Albums »Füße hoch, Fernsehen an, Arschlecken« inklusive Bierdeckel, Bestellkarte »Pizzeria Spacko« und der einzigen Ausgabe von »TV Pimmel« mit der wichtigen Ratgeberstory »So schützen Sie sich vor Abzocke in der Trinkhalle«.

06 Arab Strap
Die vielleicht hörbarsten und schwermütigsten in diesem erlesenen Kreise: Aidan Moffat und Malcolm Middleton sangen beziehungsweise grummelten bis zur Auflösung 2011 alkoholschwangere, poetische und auch mal versaute Geschichten und benannten sich nach einer Konstruktion aus Lederbändern und Metallringen, die vor allem in Bondage-Kreisen zum Einsatz kommt und zur Sextoy-Familie der Penisringe zählt. Ein Album der Landsmänner Belle And Sebastian heißt übrigens »The Boy With The Arab Strap« – der Titel wurde von der Band inspiriert, nicht vom Sextoy – unfreiwillig komisch ist er trotzdem.

07 Kackschlacht
Noch einmal Jetztzeit, noch einmal Deutschpunk: Kackschlacht aus Braunschweig sind eines dieser Gitarre/Schlagzeug/Gesang-Duos. Die Songs des 2015er-Albums »Kackschlacht« kratzen selten an der Eine-Minute-Zeitmarke und können als feinster Pöbelpunk bezeichnet werden. Der besondere Gag des Bandnamens: Die beiden sind Altenpfleger und werden den Bandnamen möglicherweise beim Rekapitulieren eines saftigen Arbeitstages ausgewählt haben.