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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

One And One Is One

Nova International

Neues aus Augsburg-Popcity. Manche sprechen ja bereits von "Augspop", wenn es darum geht, die Bands aus der bayrischen Provinzstadt in eine schicke Schublade zu stecken. Anajo gehören dazu, auch Roman Fischer - und eben Nova International, die mit ihrem zweiten Album ihr neu gegründetes Label NI R
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Neues aus Augsburg-Popcity. Manche sprechen ja bereits von "Augspop", wenn es darum geht, die Bands aus der bayrischen Provinzstadt in eine schicke Schublade zu stecken. Anajo gehören dazu, auch Roman Fischer - und eben Nova International, die mit ihrem zweiten Album ihr neu gegründetes Label NI Records entjungfern. "Frisuren-Band", "Major-Affen" und ähnliche Gemeinheiten schrie(b) man ihnen hinterher, als das Debüt von 2003 bei BMG mit drei Singles im Schlepptau veröffentlicht wurde. Dabei sind Kris, Michi K., Markus und Michi D. so liebe Jungs. Nicht von ungefähr dreht sich der Albumtitel (wem kommt da außer mir noch Badly Drawn Boys "One Plus One Is One" in den Sinn?) um die allmächtige Liebe und das Verschmelzen zweier Individuen zu einem höheren Ganzen, vertont in den verschiedenen Ausformungen melodiösen Gitarrenpops. Aus dem Grund ist es auch unverständlich, dass Nova International bei "Swirled", "Crank It Up" oder "Bored" versuchen, eine amtliche Rockband zu mimen. Zum einen: Sie sind es nicht. Zum anderen: Der Sound der schneidenden Gitarren in den Refrains klingt ebenso wie die übersteuerten Mikros, ähm, gewöhnungsbedürftig - und das trotz der erfahrenen Produzenten-Hände von Phil Vinall (Placebo, Snow Patrol, Das Pop) und Olaf Opal (The Notwist, Kante, Miles). Klar, Power-Pop à la "Let's Get Romantic" wird vor allem auf der Bühne besser zünden - ehrlicher kommen jedoch die ruhigen Songs rüber: "Drive In Circles", "The Summer We Had", "Hey Joe" mit deutlichen Beatles-Anleihen und der verträumt-hymnische Opener "There She Goes". Ein Album der zwei Gesichter: Manchmal ergibt eins und eins eben doch nicht eins.

Drei Fragen an Nova International:

Gute Sache, dass ihr nicht auf einmal auch deutsch singt. Aber stand es nicht (gerade dieser Tage) zur Debatte?
Also zur Debatte stand das Singen auf Deutsch für uns noch nie. Ich kann mich nur daran erinnern, dass ich am ersten Tag mit meiner neuen Gitarre auf meinem Bett hin und her gesprungen bin und unüberlegt auf Englisch so richtig laute Parolen von mir gab ... normal für mich ... schon immer. Kein Wunder, ich hatte damals keine einzige deutschsprachige Platte im Regal, außer Münchner Freiheit (und ich denke, die war von meinem Bruder).

Ihr wart ja sehr nah an der Nummer dran, wie ein Major eine Band aufbaut. Wie bewertet ihr diese Zeit im Nachhinein - und warum ging es nicht weiter?
Zum Thema Bandaufbau und die Zeit im Nachhinein: Ich finde immer noch nichts verwerflich daran, dass eine Plattenfirma eine Band aufbauen will. Oder dass eine Band sich Unterstützung von einem starken Partner holt. Nur bedeutet für mich Aufbau wohl etwas anderes, als der aktuelle Markt an Aufbau zulässt. Viele der Menschen, mit denen wir vor drei Jahren eine Zusammenarbeit begonnen hatten, waren schließlich nicht lange in unserem Team. Da hat man gerade Fuß gefasst in einer neuen Umgebung, in einer neuen Industrie, schon stellt man dir deinen neuen Ansprechpartner vor, und alles beginnt von vorn. Genau das war auch für uns der Grund, sich von der BMG zu trennen. Als die Songs für das neue Album fertig waren, haben wir sehr lange überlegt, wie und in welchem Umfeld wir diese Platte aufnehmen wollten. Unsere Entscheidung fiel einstimmig aus. In Ruhe und vor allem ohne Fokus auf Format-Kompatibilität oder Single-Charts-Diskussionen. Wir wollten so lange aufnehmen, wie wir es für notwendig hielten, und keinen Timetables entsprechen oder aus strategischen Gründen den "besten Track" gleich noch mal aufnehmen. Dann war uns klar, dass wir ein eigenes Studio und eine eigene Plattenfirma brauchen. An diesem Punkt stehen wir jetzt und haben alles geschafft. Das macht einen irgendwie zufrieden ...

Welchen der neuen Songs spielt ihr live eigentlich am liebsten?
Da die Tour noch bevorsteht, bin ich sehr gespannt auf alle neuen Songs. Mein Lieblingslied ist "And There She Goes". Da steckt für mich wohl die persönlichste Erzählung des ganzen Albums drin ... Ist ja immer so, dass einem der Song am meisten gibt, in den man persönlich auch am meisten investiert hat.