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Scheiss Drauf

Norman Palm

„Shore To Shore“, der Titel des zweiten Albums von Norman Palm, klingt nach Interkontinentalflügen, danach, zwischen den Orten zu sein, die Dinge in der Schwebe zu halten.
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„Shore To Shore“, der Titel des zweiten Albums von Norman Palm, klingt nach Interkontinentalflügen, danach, zwischen den Orten zu sein, die Dinge in der Schwebe zu halten.
 
Bloß nicht sesshaft werden, nicht örtlich und nicht künstlerisch. Ein Album, das wie ein unauffälliger Gefährte die real existierende Fernbeziehung seines Schöpfers zwischen Berlin und Mexiko nachzeichnet. Distanz, Wartezeit, Zeitverschiebung, die Schönheit des Unterwegs-Seins, das ist der natürliche Habitus, aus dem Textzeilen entstehen wie: „Let’s all be friends with the telephone calls. Let’s all be friends with the departure halls.“
„Es ist kein Konzeptalbum im eigentlichen Sinne geworden, aber das Grundthema ist schon Entfernung und Nähe. Das ist eben, was mich in der letzten Zeit beschäftigt hat“, sagt Norman Palm.

Dabei trat er medial zunächst als runtergestripptes Mann-mit-Gitarre-Projekt in Erscheinung. Seine akustischen Coverversionen von Cyndi Laupers „Girls Just Wanna Have Fun“ und The Cures „Boys Don’t Cry“ haben ihm eine Art Folk-Image beschert, das in seiner naiven Simplizität heute kaum mehr passen will. Denn unter Palms Drehreglern und jenen seines finnischen Mitmusikers und Produzenten Janne Lounatvuori („Der Janne ist so ein Multiinstrumentalist, der spielt acht Instrumente gleichzeitig und mit dem Fuß noch irgendwas.“) ist „Shore To Shore“ schnell zu einer ausgewachsenen Autorenplatte herangereift.

„Wir haben für dieses Album lange Zeit produziert. Mittendrin haben wir uns gefragt: Wo ist eigentlich die Gitarre? Und dachten dann: Scheiß drauf.“ So ist eine Platte entstanden, die sich von tradiertem New-Acoustic-Gezupfe längst emanzipiert hat und eher wie eine gute Radio-Playlist daherkommt; unterfüttert mit poppigen Basslines, modulierten Stimmen und Synthesizern. „Ich hab eigentlich gar keinen Stil, sondern immer nur einen Song, den man auf viele verschiedene Arten auslegen kann“, bilanziert Palm seine Arbeitsweise.