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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»No One Ever Really Dies«

N*E*R*D

N*E*R*D nehmen sich ihren vollen Namen zu Herzen und beweisen, dass der Sinnspruch »No One Ever Really Dies« nicht immer positiv besetzt ist.
Geschrieben am
Niemals geht man so ganz, schon gar keine einst erfolgreiche Pop-Kapelle – zumindest dann nicht, wenn sich noch irgendwo ein paar Scheine abholen lassen. Dieser Zusammenhang mag als traurige Realität bewertet werden, bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Rückkehr eines Acts minderwertige Ergebnisse mit sich bringen muss. Pharrell Williams’ Neptunes wussten das schon, als sie ihre Formation N*E*R*D Anfang der Nullerjahre aus der Taufe hoben – schließlich ist deren Name ein hingebogenes Akronym des Sinnspruchs, der jetzt als Albumtitel ihrer Comeback-LP herhalten muss. Gute fünf Jahre lang waren Neptunes-Produktionen und auch N*E*R*D.-Veröffentlichungen damals der heiße Scheiß des US-Rap, jeder wollte sich mit Features oder Beats aus dieser Schmiede schmücken, bevor Kanye auf den Plan trat und sie quasi ablöste. Danach flaute der Hype ab, die Verkäufe ebenso, und Ende des letzten Jahrzehnts stellten N*E*R*D ihre Band-Aktivitäten gänzlich ein. Und wenn man nun »No One Ever Really Dies« hört, hätte sich das nicht unbedingt ändern müssen. Denn die darauf versammelten elf Tracks folgen einem altbekannten, recht armseligen Muster: N*E*R*D versuchen, ein unzusammenhängendes Sammelsurium aus mehr oder weniger abgehängten Beats und überraschend rockigen Sounds mithilfe von Star-Power der Liga RihannaKendrickM.I.A. und sogar Ed Sheeran aufzuwerten.

Selten ist das Album unterhaltsam (»Rollinem 7’s« mit Andre 3000) oder wenigstens tanzbar (»Kites« mit M.I.A. und Lamar), meistens rauscht es ziemlich folgenlos durch, und Neues findet sich zwischen viel Funk und noch mehr Club nie. Vielmehr wirkt es oft wie eine Fingerübung, kaum ausgearbeitet, geschweige denn konzeptioniert. Sie hätten es wirklich bei ein paar Singles belassen können. Vielleicht mal wieder solo was probieren, Pharrell?

N.E.R.D

NO ONE EVER REALLY DIES

Release: 15.12.2017

℗ 2017 N.E.R.D Music, LLC under exclusive license to Columbia Records, a Division of Sony Music Entertainment