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With Teeth

Nine Inch Nails

Ja, neue Besen kehren gut, alles neu macht der Mai, es hilft nicht, immer nur zu waschen, man muss auch mal das Wasser wechseln ... So oder so ähnlich gestaltet sich die Botschaft Trent Reznors auf dem neuen NIN-Album, das gerade mal vierte offizielle in 16 Jahren - EPs, Remix-Alben, Side-Projects e
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Ja, neue Besen kehren gut, alles neu macht der Mai, es hilft nicht, immer nur zu waschen, man muss auch mal das Wasser wechseln ... So oder so ähnlich gestaltet sich die Botschaft Trent Reznors auf dem neuen NIN-Album, das gerade mal vierte offizielle in 16 Jahren – EPs, Remix-Alben, Side-Projects etc. mal exklusive. Und tatsächlich: Während das 94er-Meisterwerk “The Downward Spiral” noch klang, als würde man jeden Augenblick durch Gewalteinwirkung das Trommelfell einbüßen und seinen Geist für immer in einem Labyrinth aus abstrakten Songstrukturen verlieren, kommt die Musik auf “With Teeth” gradlinig daher wie seit “Pretty Hate Machine” nicht mehr. Trent Reznor selbst spricht dabei von einem “klaren Schnitt”, den er mit diesem Album machen wollte. Neue Besen halt. Eigentlich jedoch geht es nach bewährter Manie los: Ist der erste Song “All The Love In The World” auch ein langsames Klavierstück, so hat man dennoch mal wieder den beklemmenden Eindruck trügerischer Ruhe, so, als würde man nachts durch Disneyland laufen, wenn alle fröhlichen Lacher verstummt sind und Stille und Dunkelheit sich ausbreiten wie ein schwarzes Loch. Und tatsächlich bekommt man’s bei “You Know What You Are” dann auch gleich hart serviert. So schlängelt sich das Album auch durch bekannte NIN-Songlandschaften, wobei es bei aller Negativität und Aggressivität nun allerdings nicht mehr zu Fuß durch das stechende und kratzende Unterholz, sondern eher straight und lässig auf der asphaltierten Landstraße vorwärts geht. Und genau da wird’s dann auch problematisch: Liefern “The Hand That Feeds” oder der Titeltrack “With Teeth” noch formidable Kopfnicker ab, angesichts derer Live-Darbietung im Sommer in Berlin und auf diversen Festivals man jetzt schon Freudenschaum vorm Mund hat, so wird es doch bei “Only” (ausgerechnet die nächste Single mit von David Fincher produziertem Video) und allerspätestens bei “Getting Smaller” und “Sunspots” doch arg glatt auf der sehr konventionell ausgebauten Straße. Doch wir haben Glück: Der Wagen kommt von der Straße ab, landet im dornigen Gebüsch von “The Line Begins To Blur”, wo uns schließlich das wohlige Delirium “Beside You In Time” empfängt. Am Ende sind wir mit “Right Where It Belongs” auch genau wieder da, wo wir meinen, hinzugehören, und treten mit melancholischer Miene im Gesicht, aber nichtsdestotrotz wohligem Gefühl im Magen den Heimweg durch die mondbeschienene Landschaft an.

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