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Animal Heart

Nina Persson

Kein Blut, kein Schweiß, keine Tränen: Nina Persson hat ein Album gemacht, das musikalische Eleganz mit dem Zwiespalt verbindet, in der Kultur zwar sicher aufgehoben zu sein, dafür aber den Preis zahlen zu müssen, das »Animal Heart« ein Stück weit aufzugeben.
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Es gibt ein Leben nach den Cardigans. Das erste wirkliche Soloalbum Nina Perssons, nach zwei LPs mit dem Seitenprojekt A Camp, fällt weitaus stromlinienförmiger und glatter aus, als die frühere Band jemals klang. Die Abwesenheit der Cardigans macht sich darin bemerkbar, dass die Musik eher prozessual produziert denn live eingespielt wurde. Vielschichtig arrangierte Keyboardsounds, in die sich dezente Gitarrenlicks und Bässe einfügen, legen davon Zeugnis ab. Im Ergebnis klingt die Platte dadurch angenehm reibungslos und sauber. Blut, Schweiß und Tränen sind keine Begriffe, die die Musik aufruft. Es müssen ja auch nicht immer Körperflüssigkeiten sein, von denen Musik kündet.

Reibung wird eher auf textlicher Ebene erzeugt. Unterschwellig scheint das Album das dialektische Verhältnis zwischen Zivilisation und Wildnis, Kultur und Triebhaftigkeit zu thematisieren (auch wenn sich das jetzt etwas irre anhört). Der »Jungle« (Wildnis!) steht so etwa dem »Dreaming Of Houses« (Zivilisation!) entgegen. Nina Persson hat ein Album gemacht, das musikalische Eleganz mit dem Zwiespalt verbindet, in der Kultur zwar sicher aufgehoben zu sein, dafür aber den Preis zahlen zu müssen, das »Animal Heart« ein Stück weit aufzugeben. Letztgenanntes Stück übrigens ein echter Knaller, der mich an eine moderne Variante von Fleetwood Mac erinnert.

 

In drei Worten: Eleganz / Reibung / Knaller