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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Sestrichka

Nikakoi

Blauer Himmel, Temperaturen von über 20 Grad, nicht übel für Ende Januar. Da wird man gleich willfährig und überlässt sich gerne und lustvoll den kleinen freundlichen Melodien, die sich hier durch einen dichten Teppich aus Clicks’n’Cuts wagen. Das ist hübsch, das ist nett, das ist gerade
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Blauer Himmel, Temperaturen von über 20 Grad, nicht übel für Ende Januar. Da wird man gleich willfährig und überlässt sich gerne und lustvoll den kleinen freundlichen Melodien, die sich hier durch einen dichten Teppich aus Clicks’n’Cuts wagen. Das ist hübsch, das ist nett, das ist gerade so weit retro, dass man es sich gut auch auf Morr Music vorstellen könnte (Anspieltipp: „Saldance“). Manchmal wird auch gesungen, broken english, dann durchzieht ein Hauch von Everything But The Girl, Kraftwerk oder gar der Anfang von Cans „Future Days“ den Raum. Nikakoi kommt aus Tbilisi in Georgien, und seit Bertolt Brechts „Kreidekreis“ hat Georgien hierzulande ein gutes Standing, man denke nur an den SC Freiburg, an „Lost Killers“ oder „27 Missing Kisses“. Der PR-Waschzettel wittert in den kurzen Tracks denn auch folgerichtig „melancholische Bilder von weiten Horizonten“, wähnt sich „entführt in menschenleere Steppen inmitten der wilden kaukasischen Berglandschaft“, schwafelt vom „Georgischen Groove“ usw. Ich sage nur „Karl May“, vom Laptop aus sieht die Welt doch immer viereckig aus, von Rio bis Shanghai.