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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Push The Sky Away

Nick Cave & The Bad Seeds

Ein alter Mann schläft beim Lesen in seinem Ohrensessel ein. Er träumt seltsame Geschichten, andere alte Männer sind bei ihm, seine Freunde, nur einer fehlt.
Geschrieben am

Autor: intro.de

Seltsam fiebrig sind Figuren und Zusammenhänge. Dreh- und Angelpunkt ist ein altes Landhaus in Südfrankreich. Hannah Montana, Robert Johnson und der Teufel huschen durchs Bild, aber Alkohol ist nicht im Spiel, kaum jedenfalls. Die letzten Jahre ist der Mann ein echtes Raubein gewesen, hat Gott verflucht, getobt, ist malmend und pöbelnd durch die Lande gezogen.

Der alte Dandy hatte den Leuten zeigen wollen, dass der Punk in ihm keinesfalls erloschen ist, dass seine Boshaftigkeit nichts damit zu tun habe, dass er nicht mehr aufstehen kann. Nun, nachdem alles ausgekotzt ist, was er seit Anbeginn des neuen Jahrhunderts hatte schlucken müssen, verbringt er viel Zeit in diesem Internet, von dem die Leute reden. Er liest ihre Geschichten, wahr oder falsch, sucht sie über Google, findet sie auf Wikipedia, reißt sie in Fetzen und klebt sie in sein Notizbuch. Darüber ist er eingeschlafen. Er hatte schon opulentere Träume. Welche, in denen Gelage gehalten, nach Überirdischem gelechzt und das Maul meterweit aufgerissen worden war. Im Gegensatz dazu ist alles leerer heute, driftend, subtil, manchmal derart Angst einflößend, dass seine Freunde und er sich mit beschwörendem Gesang Mut machen müssen. Und plötzlich steht er in seinem Schlafzimmer, und er spürt, dass er nicht allein ist. Er öffnet einen Fensterladen und lässt das Sonnenlicht von draußen herein. Es ist seine Frau. Auf Zehenspitzen. Nackt. Es klingelt, er wacht auf. Vor der Tür steht ein sehr alter Kumpel, sein Name ist Barry Adamson. Jener fragt, ob ihr gemeinsamer Freund Mick Harvey wenigstens die Gitarre zurückgelassen habe, bevor er gegangen sei. Der alte Mann bedeutet ihm, einzutreten. Irgendetwas hatte ihm auch gefehlt.

In drei Worten: Intertraum / Mysterie / Jamtum