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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

The Residents, Mira Calix, Die Regierung

News-Ticker 22.07.04

::: Jean Michel Jarre, der Elektro-Mann für Oxygène, bringt im Oktober ’Aero - Anthology Of Electronic Revisited Originals’, ein Euphemismus für ’Best Of’. Das Album enthält aber netterweise Remixe der Originale und drei kürzlich entstandene Tracks - und kommt in Super Stereo (für Zuhause), 5.1 Su
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::: Jean Michel Jarre, der Elektro-Mann für Oxygène, bringt im Oktober ’Aero - Anthology Of Electronic Revisited Originals’, ein Euphemismus für ’Best Of’. Das Album enthält aber netterweise Remixe der Originale und drei kürzlich entstandene Tracks – und kommt in Super Stereo (für Zuhause), 5.1 Surround Sound (fürs eigene Kino), Dolby AC3 (fürs Baumhaus) und Stereo PCM 9624 KHZ (für den Baumhaus-Anbau).

::: Das ist doch mal eine Meldung: Ein neues Mini Album von Mira Calix erscheint am 6. September bei Warp. Das Teil enthält Auftragsarbeiten für Genfer Museum für Naturgeschichte, die London Royal Festival Hall und zwei Versionen von ’NuNu’, ein Lied, das auf Insektengeräuschen aufbaut! Also total Avantgarde und alles! Mit 36 Minuten übrigens auch länger als ein ganzes Hives-Album!

::: Nach Weihnachten können wir die geschenkten ’Pimp My Ride’-DVD-Boxen gegen das neue Judas Priest-Album eintauschen, die erste Arbeit mit Sänger Rob Halford seit dem 1990er-Ding ’Painkiller.’ Danach gibt es eine Welttournee, wofür man sich schon einmal die Sitzkissen aufblasen und den Umluftofen auf 200°C vorheizen sollte (für die Kirschkernsäcke).

::: Meldung für Linus: Endlich kann er die ’Unten’-CD von Die Regierung nicht immer nur allen empfehlen, sondern zum sexy Midprice auch als kleines Präsent mitbringen. Am 6.8. erscheint in der Reihe ’Lado Classix’ auch die einschlägige Platte ’Für Zuhause’ von Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs wieder neu. Wühltische machen wieder Spaß!

::: Mysteriöse Funde von Slipknot: Ein Irrer laufe in Iowa herum und behaupte, er sei der Drummer von Slipknot, obwohl er es gar nicht ist. Die Polizei von Iowa sucht jetzt per Fahndungsplakate nach einem Mann mit zweifelhaftem Musikgeschmack – ha! Der Irre mäandere offenbar auch an der Grenze zum Illegalen und klaue Kreditkarten. Entweder liegen also in halboffenen Anstalten Slipknot-CDs herum oder die Band spricht nun mal Menschen eines bestimmten Schlages an.

::: Der Bannspruch über die US-Sängerin Linda Ronstadt, die sich kürzlich in einem Las Vegas Kasino für Michael Moore ausgesprochen hatte und danach von der Bühne geholt wurde, wird wahrscheinlich wieder aufgehoben. Der Club Aladdin, wo die Grammygewinnerin sang, hatte ihr jegliche weitere Auftritte verboten. Ganz zu schweigen davon, dass der Club vermutlich sowieso ein Loch ist, hat ein Eigner sich nun bei Ronstadt entschuldigt, nachdem er von seinem 1-jährigen Sohn darauf hingewiesen wurde, dass Zensur nicht vereinbar ist mit der amerikanischen Meinungsfreiheit, Eltern sollten ja immer auf ihre Kinder hören.

::: John Travolta (50) macht wieder Sachen: Ein ’Tell-All Book’ will er schreiben und damit die US-Verlage verzücken. Was er darin zu sagen hat, wurde nicht gesagt, aber Tarantino wird ihm sicher wieder den Arsch retten. Zurzeit wird vermutlich ein Verlag gesucht, der die Memoiren zu guten Konditionen mit einem Scientology-Leporello austatten kann.

::: Der Soundtrackmann Jerry Goldsmith ist 75-jährig an Krebs gestorben. Er hatte ’Star Trek’ oder ’Planet of the Ape’ mit dramatischen Tuschen versehen, zuletzt nahm er sich der Looney Tunes-Wiederauferstehung ’Looney Tunes: Back in Action’ an. Für zahlreiche TV-Serien hatte er komponiert(`Perry Mason,`The Waltons’, `Barnaby Jones`), einen Oskar bekam er 1976 für ’The Omen.’ Uns bleiben also noch die klebrigen Streicher von Howard Shore oder James Horner und all die Frickler, bei denen man erst nach den Credits merkt, dass überhaupt Musik lief.

::: Der neue Piraterie-Report der IFPI ist raus: Die globalen Verkäufe von Raubkopien hat mit 1,1 Milliarden Kopien eine neue Latte erreicht, das Geschäft mit illegaler Musik kam damit auf ein Volumen von knapp 3,7 Milliarden Euro, 35 Prozent aller verkauften CDs überhaupt sollen laut IFPI Raubkopien sein. Wir kennen die genauen arithmetischen Schlüssel nicht, aber es wird mehr sein als ein simpler Dreisprung. Leider wissen wir auch nicht, warum der Graubereich der illegalen Musik derart pechschwarze Zahlen liefern kann.

::: Daniel Miller hat mal wieder die Augen weit aufgerissen als er in der Kiste für klassischen Avantgarde-Klamauk gewühlt hat. Kurz drauf klingelt im kalifornischen Strandhaus der Residents das Telefon und alle werden sich schnell einig, dass es mal wieder Zeit wäre, mit dem ‚Commercial Album' für Umsatz zu sorgen. Andere Klassiker sollen folgen. Und ebenso neue Sachen. Alles über Mute. Genaueres weiß Miller aber auch nicht, die Amis waren unter ihren Eyeballs nur schwer zu verstehen.

::: Monkey Business mit den Black Eyed Peas: Und alle wollen mit. Die Schlange vor dem Studio wird immer länger und gestern wurden darin auch James Brown und Sting gesichtet, die irgendwas von "wie im Ostblock" gemurmelt haben sollen. Ob sie noch rechtzeitig reinkommen bevor das Album im Herbst rauskommt, melden wir in einem späteren Ticker.

::: So, das war's, wir gehen nach Hause, der Abspann läuft. Die Musikbranche ist am Ende, wer hätte es verpassen können? Arte jedenfalls nicht. Am 23. Juli spendiert das deutsch-französische Kulturbataillon ein Requiem in Form eines Themenabends, bei dem auch ein Pirat durch die Maske flüstern darf, wie er das gemacht hat. Ab 22:15 Uhr also bitte alle gut zuhören und für heute(22.07.) sei noch einmal auf die Sendung Sex'n'Pop um 23:40 Uhr hingewiesen.