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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

An atavistic lack of development

News-Ticker 05.01.06

::: Wenn wir ehrlich zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen sind, hat "Indie"-Regisseur Kevin Smith nun schon seit einiger Zeit keinen wirklich guten Film mehr gemacht. 'Chasing Amy' war ja noch lustig, aber was kam dann? Der Pennäler-Streifen 'Dogma' bzw. das noch weitaus schlimme
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::: Wenn wir ehrlich zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen sind, hat "Indie"-Regisseur Kevin Smith nun schon seit einiger Zeit keinen wirklich guten Film mehr gemacht. 'Chasing Amy' war ja noch lustig, aber was kam dann? Der Pennäler-Streifen 'Dogma' bzw. das noch weitaus schlimmere 'Jay And Silent Bob Strike Back'. Mit ein bisschen Sorge beobachtet man da den Trailer zum wohl unvermeidlichen 'Clerks 2'. Die Schwarz-Weiß-Film-mit-27000-Dollar-Budget-Tage sind passé, irgendwie schade.

::: Gestern sind wir ins neue Jahr gestartet, radiotechnisch, wohlgemerkt. Das Intro-Sputnik-Magazin ging wie gewohnt zwischen 21 Uhr und 22 Uhr über den Äther. Mit folgender Playlist und einem umfassenden Steve Albini-Special. Wie immer auch als Podcast abrufbar:
Breeders - 'Son Of Three'
The Rifles - 'Peace & Quiet'
Wedding present - 'Rotterdam'
Pixies - 'Where Is My Mind'
Joanna Newsom - 'The Book Of Right On'
Dendemann - 'Endlich Nichtschwimmer'
Nirvana - 'Heart-Shaped Box'
Shellac - 'Prayer To God'
The Long Blondes - 'Lust In The Movies'
Shitdisco - 'Disco Blood'
Datarock - 'Fa-Fa-Fa'
Low – 'Starfire'


::: 'Down With Wilco' hieß mal eine Platte von The Minus 5, dem Side-Project der Side-Project-affinen Peter Buck, Scott McCaughey und Wilco-Vorsteher Jeff Tweedy.
Haben sich jetzt auch die beiden Wilco-Mitstreiter John Stirrat und Pat Sansone gedacht und ihr Projekt The Autumn Defense aus der Taufe gehoben. Hier gibt es wunderbaren, leicht angestaubten Indie-Folk.

::: Moby ist ein guter Mensch. Der überzeugte Veganer äußerte sich jetzt zur umstrittenen Hinrichtung des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein. Während "sein Präsident" George Bush von einem Meilenstein der demokratischen Entwicklung des Irak spricht, hat Moby andere Töne parat, die irgendwie einleuchtender klingen: “It always makes me sad when I read about people celebrating the death of another human being. Saddam Hussein was a bad man, and a tyrant, and a despot. But I don't know that 'celebrating' his death speaks so highly of the celebrants.” Weiter schreibt er in seinem Blog bzw. Journal: “I'm anti-death penalty, primarily because it represents an atavistic lack of development and compassion on our part. My personal hope for our us is that somehow, at some point, we'll learn to not take comfort in reprisals and vindictiveness. Our culture of punishing death with death and punishing violence with violence seems beneath us, and it seems to speak to who we were, but not who we have the potential to be. Executing the guilty might satisfy some violent blood-lust within us, but as everyone learns in the 1st grade, two wrongs don't make a right.

::: Zum vierzigsten Geburtstag gönnt sich das legendäre Reggae-Label Trojan auch mal die eine oder andere Extravaganz. Man hat sich etwa überlegt, bekannte Künstler eine Compilation mit ihren liebsten Reggae-Stücken zusammen zu stellen. Jonny Greenwood, seines Zeichens Gitarrist bei Radiohead und preisgekrönter Komponist ist einer davon. Wer wäre da jetzt drauf gekommen? Auf seiner Auswahl befinden sich jedenfalls unter anderem: Lee Perry, Sly & Robbie und Desmond Dekker. Wie wäre es denn, wenn das jetzt jemand als Spekulationsgrundlage auf den Sound des kommenden Radiohead-Albums nähme?

::: iPods sind ja mittlerweile an wirklich jeder Ecke zu finden. Man findet sie auf Bühnen, an öffentlichen Plätzen im Privaten und nun auch in der Früherziehung. Hier kann man sich schonmal auf die Schöne Neue Welt einstimmen, in der auch Kinderwagen schon den iPod integrieren. Vielleicht handelt es sich dabei ja um eine Kampagne zur Steigerung der Geburtenrate? Wie auch immer, ich würde es vorziehen, wenn ich ein Kind durch die Gegend schöbe, auch alle Sinne beisammen zu haben.

::: RJD2, seines Zeichens DJ und Produzent von grandiosem Hip-Hop, kommt mit einem neuen Album auf XL Recordings: 'The Third Hand'. Er sagte zwar selbst, es sei ein Pop-Album geworden, aber man kann sich auf seiner MySpace-Seite einen Einblick verschaffen und der klingt kaum nach Pop ('You Never Had It So Good' mag ja daran kratzen, aber so zusammengeschnitten, wie das ist, dann doch wieder nicht). Sondern in etwa so, wie man RJD2 kennt und liebt. Nämlich ein wenig vertrackt, ein wenig anders und trotzdem wundervoll laid back. Es gibt bei ihm immer was zu entdecken. Vielleicht ja sogar Pop?
Hier kommt die Tracklist:
01 'Intro'
02 'You Never Had It So Good'
03 'Have Mercy'
04 'Reality'
05 'Work It Out'
06 'Laws of the Gods'
07 'Get It'
08 'Someday'
09 'The Bad Penny'
10 'Beyond the Beyond'
11 'Sweet Piece'
12 'Rules for Normal Living'
13 'Paper Bubble'
14 'Just When'
15 'The Evening Gospel'

::: Genau wie RJD2 sind auch die Freunde, um die es hier geht, eine Minorität im Hip-Hop: Weiße. Allerdings sind sie im Gegensatz zu ihm nicht real. Gut, mit Eminem und den Beastie Boys kann man ja noch kommen, aber jenseits davon fallen einem dann doch nur noch Vanilla Ice und Konsorten ein. Davon profitiert jetzt die Reality-Show 'White Rapper', die in den USA am Montag auf VH1 anlaufen wird. Darin wohnen weiße Rapper zusammen in der South Bronx, bekommen Nachhilfeunterricht in Rap-Geschichte und Rappen. Dazu bekommen sie als Strafe schwere Silberketten mit dem Wort "Nigger" umgehängt, wenn sie es benutzen und Ähnliches mehr. Obwohl kaum zu verhehlen ist, dass dieses Format bestimmt nicht sozialkritisch gedacht ist, muss das ja wenigstens behauptet werden: "We don't have disdain for our cast. We're trying to show that there is some complexity to them. White Rapper is really about race and the context of white culture verses hip-hop culture." Komplex, indeed.

::: Es ist etwas passiert, wir haben (noch) nicht darüber berichtet, aber ihr wisst schon Bescheid oder habt da so eine Ahnung? Wir gehen der Sache nach. Schreibt einfach eine Mail an news@intro.de. Wie die Staureporter im Radio.