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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

High

New Model Army

Mit ihrem zehnten Studioalbum treten Justin Sullivan und die Jungs den Beweis an, dass ihnen der Spätsommer metaphorisch gesehen noch eine lange Zeit gestohlen bleiben kann.
Geschrieben am

&
The Cult
Born Into This
Roadrunner


Sechs Jahre nach ihrem letzten musikalischen Lebenszeichen, etlichen Trennungen und Wiedervereinigungen sind Billy Duffy und Ian Astbury mit einem kaum mehr für möglich gehaltenen neuen Album zurück auf der Bildfläche. "Born Into This" bestätigt den äußerst frischen Eindruck, den die Band als Support für die alten Herren The Who in diesem Sommer hinterließ. Obwohl durch viele stilistische Kurskorrekturen kein wirklich typisches The-Cult-Album entstand, vereint "Born Into This" doch die besten Momente aller bisherigen Veröffentlichungen in sich: die Experimentierfreude von 1991 (zu finden bei "Born Into This", "Diamonds"), Stadionrock mit großen Gesten ("Citizens", "Tiger In The Sun") und vor allem ihr Gespür für Melodie ("Illuminated", "Dirty Little Rockstar"). Durch die ultra Fan-Brille sehe ich per se natürlich alles in Rosarot und sichere der Platte schon jetzt einen Platz unter den Jahrgangsbesten - aber auch der objektivere Beobachter wird mir letztlich recht geben müssen: Den Herren Astbury und Duffy ist hier ein großer Wurf gelungen!

Und weiter - denn der Spätsommer hat es in sich. Neben The Cult lassen auch die alten Helden New Model Army nach nur zwei Jahren schon wieder von sich hören. Mit ihrem zehnten Studioalbum treten Justin Sullivan und die Jungs den Beweis an, dass ihnen der Spätsommer metaphorisch gesehen noch eine lange Zeit gestohlen bleiben kann. "High" hält das hohe Qualitätslevel der NMA-Veröffentlichungen und ist in vielen Momenten ("Bloodsports", "All Consuming Fire") textlich ähnlich ambitioniert wie das Frühwerk. Und musikalisch schöpft die zum Quintett gewachsene Formation auch wieder das gesamte Spektrum ihres Könnens aus. Atmosphärisch getragene Stücke ("High", "Sky In Your Eyes" oder das geniale "Rivers") wechseln sich mit den für sie typischen Rockern ("No Mirror No Shadow") und tribalistisch anmutenden Nummern ("Breathing", "One Of The Chosen") ab und ergeben somit wieder die perfekte Synthese, die ein New-Model-Army-Album von jeher auszeichnet. Also von mir aus können sie in zwei Jahren wieder ein neues Album veröffentlichen.