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Kolumne: Neue Rillen

Neues Vinyl von Wet Dreams, Serge Gainsbourg und anderen

An dieser Stelle geht es um Vinyl. Dieses Mal ist die Kolumne gespickt mit finnischem Punkrock, Indie aus Schweden, einigen norwegischen Singles und der neuen Compilation eines großen Franzosen.

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Wet Dreams »Cartridge Belt« (Black Pop Records)
Offenbar waren die Betreiber des norwegischen Labels Jansen Records nicht ausgelastet, so dass sie nun zusätzlich ein kleines Vinyl-Sublabel ins Leben riefen, das sich auf die Veröffentlichung von Singles spezialisiert. Eine der spannendsten Platten in der ersten Rutsche bei Black Pop kommt von Wet Dreams, einem DIY-Projekt aus Mitgliedern verschiedener Osloer Bands. Songwriter Sebastian Ulstad Olsen ist unter ihnen der Bekannteste und hauptamtlich Sänger und Gitarrist bei Death By Unga Bunga. Auch bei Wet Dreams ist eine Liebe zum psychedelischen Garage-Sound der Sixties nicht zu leugnen. Die Norweger kombinieren dies mit rumpeligem Punkrock alter Schule. Von den drei Stücken der Single ist »Wizzard Staffing« mit 1:49 das kürzeste und beste. 77er Punk trifft Sixties Schmelz, herrlich! Für Freunde von Ty Segall, King Gizzard oder Jay Reatard uneingeschränkt zu empfehlen.

Mats Wawa »Scuzz« (Black Pop Records)
Eine weitere spannende und äußerst kurzweilige Single aus dem Starter-Set von Black Pop hört auf den Namen »Scuzz«. Verantwortlich für den polternden Soul-Pop sind Mats Wang und seine fünfköpfige Combo Mats Wawa. Nach einem nur in Norwegen erschienenen Album, ist diese EP die erste international veröffentlichte Platte der Band aus der südnorwegischen Kleinstadt Kragerø. Zwar merkt man den vier Stücken eine gewisse Unbedarftheit und auch technische Begrenzung an, die sich allerdings insgesamt eher zum sympathischen Vorteil für Slacker Mats entwickeln. Besonders, wenn ihm ein so sommerlicher Hit wie »Easy On The Eye« gelingt. 

Louise Lemón »Purge« (Icons Creating Evil Art)
Ursprünglich erschienen die meisten der Songs auf »Purge« bereits im vergangenen Jahr in digitaler Form. Nun gönnt das Label mit dem famosen Namen Icons Creating Evil Art Songwriterin Louise Lemón eine luxuriöse, limitierte LP-Box für die zum Minialbum aufgestockte EP. Acht Lieder, die zwischen beschwörerischem Folk und düsterem Dream Pop wandeln. Die Schwedin selbst bezeichnet diesen schleppenden Sound als Death Gospel und selbst wenn man diese Kategorisierung nicht nachvollziehen kann, so vermag Louise Lemón mit eleganter Atmosphäre und Ausdruck vor allem jene zu überzeugen, die es melancholisch mögen und Theatralik nicht scheuen.

Custody »Custody« (Little Rocket Records)
Eigentlich wollten Custody ihr Debütalbum bereits im letzten Sommer veröffentlichen. Stattdessen ließ die Band aus Finland ihre Lieder lieber noch etwas ruhen und arbeitete den Melodycore beim Mischen und Mastern weiter aus. Die fünf Mitglieder bringen es kombiniert auf locker 100 Jahre Banderfahrung und sind damit vermutlich genau im richtigen Alter, um melodischen Punkrock mit Neunziger-Einschlag zu zelebrieren. Eingefleischte Genre-Fans und Freunde der Band hören ausführlich ins blaue Vinyl rein, alle anderen bekommen ihre Dosis hemdsärmelige Jungsmusik eher von Hot Water Music.

Serge Gainsbourg »Indifférente« (Jambalaya Records And Tapes)
Beinahe ein Jahrzehnt bevor er als Komponist für France Gall den Eurovision Song Contest gewann oder zusammen mit Jane Birkin den Welthit »Je t'aime… moi non plus« aufnahm, war Serge Gainsbourg als Chanson-Sänger aktiv. Die neue Vinyl exklusive Compilation »Indifférente« stellt die Frühphase des Franzosen vor und versammelt Stücke aus den Jahren 1958 und 1959. Hier weht eine deutliche Jazz-Note durch verrauchte Kneipen-Theater und dezent beleuchtete Bars, nicht nur bei den Liveaufnahmen. Der Klang ist in Anbetracht von Alter und Produktionsqualität des ursprünglichen Materials sehr überzeugend, was die auf 500 Stück limitierte Compilation zu einer lohnenswerten Anschaffung für Neueinsteiger macht.

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