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Kolumne: Neue Rillen

Neues Vinyl von Panikraum, I Said Goodbye und mehr

Von Düster-Punk bis Sommer-Emo. Bastian Küllenberg stellt vier Vinyl-Neuheiten von Panikraum, I Said Goodbye und anderen vor.

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Acht Eimer Hühnerherzen »dto.« (Destiny Records)
Apocalypse Vega, Sen Bottrop und Bene Diktator bilden die Band Acht Eimer Hühnerherzen. Auf dem pinken Cover gibt’s dazu ein Eis aus Spaghetti. Schon gut, wir haben verstanden: diese Band ist Punkrock und hält sich offenbar für witzig. Wer hier bereits aufgrund von Albernheit aussteigt, der verpasst eine der aufregendsten Platten des laufenden Jahres. Humor-Fragen beiseite, liefert das Berliner Trio herrlich schrammelnden, übermelodiösen LoFi-Punk mit NDW-Faible und Texten, die die perfekte Mischung aus sehr clever und ziemlich doof darstellen. Violent Femmes treffen die Lassie Singers und Ideal, und am Ende ist ein trotzig polternder Schlager-Hit wie »Eisenhüttenstadt« fertig. Die ersten 500 Exemplare der LP erscheinen in farbigem Vinyl, einfach zugreifen!

Panikraum »Kopfkino« (Major Label)
Es ist unschwer zu erkennen, dass es sich bei den Mönchengladbachern Panikraum keineswegs um Newcomer, sondern gestandene Mitglieder der örtlichen Punkrock-Szene handelt. Sänger Alex könnte man auch überregional von Die Strafe kennen und Drummer Nico sitzt sonst bei EA80 am Schlagzeug. Eben jene Meister des düsteren Punkrock sind dann auch die Stichwortgeber für Panikraum. Dunkel, gradlinig, trocken und unfassbar eingängig, so klingt »Kopfkino«. In den Texten behandelt die Band mit klaren Worten Themen von Gesellschaft (»Unbekannt«, »Nie wieder«) bis Gefühlswelt (»Folge mir«). Die ersten 99 farbigen Exemplare dieses tollen Albums dürften mittlerweile sehr sicher vergriffen sein, aber schwarz ist ohnehin die perfekte Farbe für so eine Platte.

I Said Goodbye »Fairweather« (Little Rocket Records)
I Said Goodbye kommen nicht aus den USA, sondern aus Norwich in England. Das hört man jedoch wirklich höchstens ab und an am Akzent, ansonsten könnte dieses melodische Emo-Album auch aus New Jersey oder Missouri stammen. Graeme Philliskirk von Leatherface beweist mit seinem kleinen Label Little Rocket Records einen guten Riecher und beglückt vor allem Hörer aus den späten Neunzigern und frühen Nuller Jahren mit einer jungen Band, die nach alten Helden klingt. Man denke an Saves The Day und The Get Up Kids. Das Debütalbum besitzt alle Tugenden des Genres und ist vereinfacht gesagt Gitarren-Musik, die man am besten unter freiem Himmel hört. Die Vinyl-Version von »Fairweather« ist auf 300 Exemplare limitiert und erscheint in der selten zusehenden Farbgebung »Cyan-blau gesprenkelt«.

Boxhamsters »Demut & Elite« (Major Label)
2004 veröffentlichte die Gießener Punkrock-Institution Boxhamsters so etwas wie das große Spätwerk. Rasmus Engler (Das Bierbeben, Herrenmagazin) schrieb damals in seiner Intro-Review zu »Demut & Elite«, die Band sei »schon nahezu zwei Jahrzehnte kontinuierlich und zuverlässig dafür zuständig, dass man guten Gewissens deutschsprachige Punkplatten anhören kann, ohne an Parolengebrüll-bedingter Fremdscham dahinzusiechen.« Wie gut das Album auch vierzehn Jahre später noch ist, merkt man anläßlich der neuen Wiederveröffentlichung schnell. Melodien, Wortwahl, Stimmungswechsel und Produktion, hier stimmt alles. Wer diesen modernen Klassiker noch nicht im Plattenschrank hat, sollte nicht zögern. Zur regulären Re-Issue erscheint eine auf 99 handnummerierte Exemplare limitierte Version in weißem Vinyl.

Johnny Borrell »My World, Your Life« (Gearbox Records)
Razorlight sind eine dieser Bands, die nach einem famosen Debütalbum zwar kommerziell immer erfolgreicher, musikalisch allerdings ebenso abgehängt wurden. Zehn Jahre sind mittlerweile bereits seit ihrem letzten Album vergangen und Sänger Johnny Borrell macht offenbar immer noch Musik. 2013 veröffentlichte er ein Solo-Album, zudem nahm er einige Stücke mit seiner neuen Begleitband Zazou auf. »My World, Your Life« präsentiert zwei davon auf einer Single, doch wirklich aufregend ist dieser vom Roots-Rock beeinflusste Gitarrensound nicht. Da dürften selbst treue Razorlight-Fans müde abwinken.

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