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Roosevelt

Neue Bands fürs Jetzt

Mit seiner Band Beat Beat Beat hat Marius Lauber gezeigt, dass auch in der deutschen Provinz Indierock von internationaler Qualität reifen kann. Kaum von Viersen nach Köln gezogen, debütiert er nun als Roosevelt - allerdings auf dem elektronischen Terrain.
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»Also ich habe diesen Jetlag immer für eine Legende gehalten. Aber jetzt, wo er mich erwischt hat...«, eröffnet Marius Lauber das Gespräch in einem Kölner Café. Eigentlich wollten wir uns schon am Vortag getroffen haben, aber der 22jährige bat kurzfristig um Vertagung, da er - gerade erst aus Brasilien zurück - sich nur noch platt fühlte. Insgesamt acht Tage verbrachte er dort. Zunächst spielte er im Nordosten Brasiliens in Recife auf einem Showcase-Festival mit ausgewählten internationalen Newcomern und brasilianischen Bands, danach gab er in São Paulo noch ein reguläres Clubkonzert. Das sei zwar alles außerordentlich interessant gewesen, erzählt Lauber, er sei jedoch sehr froh, endlich wieder Zuhause zu sein - und outet sich mit seiner Begründung als echter Electronic Native: »Das Internet war dort so schlecht, das hat mich nach zwei Tagen genervt. Ich bin schon sehr süchtig.«

Brasilien war allerdings längst nicht die erste Auslandsreise für Lauber. Obwohl er mit »Sea«, einer Mischung aus Chill-Wave und Synthie-Pop mit viel Euphoriepotential, gerade mal eine Single veröffentlicht hatte, fragte ihn bereits im letzten Jahr das Label Greco-Roman für die England-Tournee von Totally Enormous Extinct Dinosaurs an. Auf dessen speziellen Wunsch. Eine Herausforderung, vor der der mit Indierock sozialisierte Musiker »ordentlich Schiss hatte«. »Die Tour war eine tolle Erfahrung,« erinnert er sich, »sie hat mir gezeigt, was man alleine auf der Bühne bei den Leuten auslösen kann.«

Für Mai steht nun Laubers Debüt-EP auf Greco-Roman an. »Das Label im Rücken tut mir gut und die daraus resultierenden Verbindlichkeiten motivieren mich, produktiv zu sein.« Das neue Material betont dabei das Perkussive: »Was die Spuren angeht, ist das Verhältnis von rhythmischen Sachen und nicht-rhythmischen Sachen ungefähr ausgeglichen«, analysiert er und betont - nicht unzufrieden - dass er alle Schlagzeugspuren selbst eingespielt hat. Mit »Sea« teilen die frischen Songs zudem ihren Hang zur Leichtigkeit und den einladenden Melodien. Die Verhalltheit, die (neben dem gedehnten Gesang, der den Zuhörer im wahrsten Sinne an den Lippen Laubers kleben lässt) zentral für die erste Single war, wurde aber reduziert. »Es sollte moderner klingen, noch tanzbarer«, erklärt er diesen Schritt. Genau dieses Adjektiv tanzbar repräsentiert den Sprung des indiesozialisierten Lauber von seiner Band Beat Beat Beat, bei der er Schlagzeug spielte, hin zum Soloprojekt Roosevelt, der einher geht mit seiner DJ-Residency bei der Kölner Partyreihe Total Confusion. Und da Beat Beat Beat sich ohnehin auf eine Pause geeinigt hatten, bietet sich das Soloprojekt förmlich an: »Nach meinem Umzug habe ich fasziniert registriert, wie sehr die Leute hier auf das Tanzelement in der Musik anspringen. Das wollte ich auch!«

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