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Nerdcore vs. Euroweb: Geschäftsführer Christoph Preuß im Interview

"Den Shitstorm haben wir erwartet"

Neues zum Fall Nerdcore vs. Euroweb. Wir sprachen mit dem Euroweb-Geschäftsführer.
Geschrieben am
Neues zum Fall Nerdcore vs. Euroweb. intro.de sprach mit Euroweb Geschäftsführer Christoph Preuß über den Fall. Was bisher passierte könnt ihr in diesem Artikel lesen.

Herr Preuß, dass sie juristisch im Recht sind, wollen wir gar nicht beleuchten und vielmehr auf die Konsequenzen eingehen. Ihr Pressesprecher, Herr Nagel, erwähnte in einem Telefongespräch mit mir, dass die Situation für sie als IT-Unternehmen nicht unerwartet käme. Sie haben also mit dieser enormen Resonanz gerechnet?

Defintiv. Uns war klar, dass wir damit polarisieren und ein Großteil der Blogosphäre sich gegen uns richten wird. Die Reaktionen sind sehr emotional, wohlmöglich auch durch Herrn Walter gesteuert. Aber das was man "Shitstorm" nennt haben wir erwartet.

Nun drängt sich dem Laien auf, dass für sie als Euroweb ein Schaden entstanden wäre. Nicht nur Blogs berichten negativ über sie, auch werden alte Presseberichte von MDR und WDR verlinkt und in Massen verschickt...
Für Außenstehende mag diese Entscheidung durchaus unpopulär wirken, aber für mich sind andere Dinge wichtiger. Ich appelliere da auch an Herrn Walters Verantwortungsbewusstsein gegenüber seiner großen Leserschaft. Solch diffamierende Aussagen fügen dem Unternehmen und vor allem auch unseren Mitarbeitern Schaden zu.  Darüber hinaus glaube ich nicht, dass der Shitstorm die alleinige Meinung ist. Die Kommentare bei Heise zum Beispiel bleiben viel sachlicher.

Selbst seriösere Medien wie die FAZ schreiben sie seien "in letzter Zeit offenbar selbst häufiger auf Recht und Gesetz verwiesen worden. Der Nürnberger Anwalt Stefan Musiol, der allein 270 Kunden vertritt, bezeichnet die Geschäftspraktiken der Firmengruppe als ‚unseriös‘ und ‚arglistige Täuschung‘.“ Ist dies nicht von Schaden?
Herr Musiol ist so ein Zeitgenosse, der sich wie mir scheint gerne in den Vordergrund drängt. Erst letzte Woche hat er Faxe statt an seine Mandanten an die EW Group, also die Gegenseite, versendet – ist das etwa ein guter Anwalt? Mir scheint, er nimmt den Spruch Andy Warhols wörtlich und strebt nach "seinen" 15 Minuten Ruhm….
Solche Fälle sind bei weit über 20.000 Kunden, die wir haben, nicht selten. Nicht bei einem Unternehmen dieser Größenordnung. Ich weiß, dass es den Außenstehenden wie David gegen Goliath vorkommt und es dabei leicht fällt, für eine Partei Stellung zu beziehen.  Wir hatten schon 2006 Probleme mit diffamierenden Aussagen.  Das hat uns nicht beeinträchtigt. Nicht unsere Kunden oder unsere Mitarbeiter. Der Erfolg gibt uns recht.
 
Weder Wikipedia noch die Freischreiber wollen ihre Spende annehmen, das ist zumindest einer Petition und eines Blogseintrags zu entnehmen...
Da ist das letzte Wort mit Sicherheit noch nicht gesprochen. Uns hat bisher niemand kontaktiert. Wenn es so sein sollte fänden wir das schade und suchen nach Alternativen.

Der Jurist Udo Vetter bezweifelt zudem, dass nach der Tilgung von Herrn Walters Schulden überhaupt etwas zum Spenden übrig bliebe, würden die Überschüsse doch an Herrn Walter zurückgeführt werden...
Ich teile die Aussagen auf Udo Vetters Law Blog nicht. Herr Vetter hat doch selbst Fälle gegen uns vertreten, da ist es kein Wunder, dass er Stimmung machen will. Ich teile seine Aussagen nicht, ebenso wenig andere, objektive Juristen.

Mittlerweile schreiben auch die ersten internationalen Seiten über sie. Und bezeichnen sie als "Arses". Würden Sie all dies genau so wiederholen?
Ich stehe nach wie vor dahinter, auch wenn es unpopulär scheint. Bzgl. weiterer Schritte ist noch nichts entschieden.

Danke für das Gespräch.