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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Let Go

Nada Surf

“Der Sommer ist endgültig vorbei – wie Nada Surf”, so oder so ähnlich hieß es vor drei Jahren in einem amerikanischen Rockmagazin. Jaja, witzig. Aber ich sah großmütig darüber hinweg. Die Amis konnten ja nicht wissen, dass die drei sympathischen Jungs nach ihrem Video-Airplay-Maxi-
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“Der Sommer ist endgültig vorbei – wie Nada Surf”, so oder so ähnlich hieß es vor drei Jahren in einem amerikanischen Rockmagazin. Jaja, witzig. Aber ich sah großmütig darüber hinweg. Die Amis konnten ja nicht wissen, dass die drei sympathischen Jungs nach ihrem Video-Airplay-Maxi-Hit “Popular” noch ein ganz formidables Album namens “Proximity Effect” geliefert hatten. Nur hörte die Plattenfirma damals keine Single, und so wurden die Bänder geiselgenommen, und die Platte erschien in Amerika kurzerhand gar nicht. Ob Nada Surf mittlerweile den sechsstelligen Betrag für das Aufkaufen ihrer eigenen Musik zusammengekriegt haben, weiß ich nicht, jedenfalls haben sie sich nicht “Slave” auf die Wangen geschrieben oder ihren Namen in ein unaussprechliches Symbol geändert, sondern einfach ein neues Album bei einer neuen Plattenfirma rausgebracht. Genau wie das von Avril Lavigne heißt es “Let Go” und bietet erneut eine glückselige Zuflucht für Auserwählte. Auserwählt, das habe ich mittlerweile begriffen, muss man scheinbar sein, um diese Band, die auf dem CrazySexyCool-Sektor so eigentlich gar keine Schnitte hat, so wie ich für absolute Meister ihres Fachs zu halten. Nada Surf sind ernsthaftere Songwriter als Tom Petty, mit mehr Melodien als Superchunk und zu allem Überfluss mehr Emo als Emo. Ihre Musik ist nicht zuletzt auch wegen der ungewöhnlich guten Texte alles andere als Mainstream einerseits oder Spartenprogramm auf der anderen Seite, und trotzdem/deshalb sitzen sie bis auf weiteres zwischen allen Stühlen. Das bedeutet den kommerziellen Todeskuss für eigentlich perfekte, leicht depressive Popsongs wie “Blonde On Blonde” oder “Paper Boats”, dann wiederum garantiert es das Überleben einer Nische, die ich eigentlich auch nicht mit allzu vielen Leuten teilen möchte.