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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

My Reality

Rye

Es gibt diese verflucht süßen, synthetisch-roten Cocktailkirschen, in die man entweder sofort reinbeißen möchte oder die einem so süß erscheinen
Geschrieben am

Es gibt diese verflucht süßen, synthetisch-roten Cocktailkirschen, in die man entweder sofort reinbeißen möchte oder die einem so süß erscheinen, dass man sie lieber direkt an die Seite legt. Ähnlich geht es einem beim ersten Höreindruck von "My Reality". Die Berliner Sängerin Rye hat eine wunderbar soulige, warme Alt-Stimme, die Grammy-überladenen Talenten wie Norah Jones in nichts nachsteht.



Die Vorbilder sind laut Ryes MySpace-Seite jedoch ältere Semester: Hendrix, Janis Joplin und Jazzer wie Coltrane. Schade jedoch, dass von deren Mut zur Kante auf dem Debüt nicht so viel zu hören ist. Bei "Rockbone Soul" kokettiert sie mit Country, Western und Steelguitar, bei "Day In April" wird es zeitweise etwas düsterer, das Gros der Songs auf "My Reality" sind jedoch Singer/Songwriter-Nummern mit Soul- und Jazz-Einschlag, die irgendwo zwischen den leichten Momenten von Beth Orton und der Seichtigkeit von Amanda Marshall pendeln. Hochwertig allemal, auch gefühlvoll, aber eben zuckersüß.