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»Der Traum vom Anderssein«

Mutter

Auch mit ihrem neuen Album »Der Traum vom Anderssein« prägen Mutter in Sachen Brachialität und Sinnlichkeit eine Klasse für sich.
Geschrieben am
»Mich hat immer gewundert, warum Mutter nicht total super berühmt ist«, sagte Stereo-Total-Sängerin Françoise Cactus in der Doku »Wir waren niemals hier« von 2005. Nun, das mit der totalen Superberühmtheit wird sich auch mit Mutters elftem Album »Der Traum vom Anderssein« nicht ändern. Warum ist klar: dieses Chaos, diese Lust am Nichtgreifbaren, dieser, ja, Krach, den Max Müller und seine Mitstreiter auch nach mehr als drei Jahrzehnten auf Platte und seltener auch auf Bühnen bringen. Warum ist aber auch nicht klar, denn ihrem Noise-Ansatz wohnt ja auch diese verschroben-bezaubernde und ultrazerbrechliche Eingängigkeit inne, die eben nur Mutter können. »So bist du« oder der Titelsong atmen diese Eingängigkeit mit geradezu hymnischem Impetus. Da merkt man, woher neuere Bands wie Die Nerven in ihren besten Momenten ihre Inspiration haben. Mutter existierten immer schon parallel, neben allem und allen, über allem und allen. Auch 2017.

Man kann in ihrem immer noch brachialen Sound alles hören, all das Leid, die Unsicherheit, die Zweifel, in unverfälschter Direktheit. »Menschen werden alt und dann sterben sie«, wie kann man das bitte schön klarer formulieren? Max Müller bleibt der größte aktuelle deutsche Texter. Wer was anderes behauptet, lügt. »Wer erzählt dir die Geschichten, die du dir anhörst? Und irgendetwas, und irgendetwas stimmt immer nicht darin. Egal, ob sie dir sagen, dass es so gewesen wäre, für mich klingt das wie eine Verschwörungstheorie, von der keiner weiß, ob es so gewesen ist. Und trotzdem hörst du gern zu. Und auch wenn nichts davon stimmt, es macht uns so erhaben. Jede kleine Gewissheit, es könnte so gewesen sein, macht dich froh.« 

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