×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Compared To What

Mushroom

“Foxy Music”, das kommende Album der Kraut-Improv-Psychedeliker aus San Francisco hat bereits einen Namen - und die Wartezeit darauf soll durch dieses Remix-Album verkürzt werden, was auch vorzüglich gelingt, weil die Band hier mehr down to earth präsentiert wird als auf den beiden vorau
Geschrieben am

Autor: intro.de

“Foxy Music”, das kommende Album der Kraut-Improv-Psychedeliker aus San Francisco hat bereits einen Namen - und die Wartezeit darauf soll durch dieses Remix-Album verkürzt werden, was auch vorzüglich gelingt, weil die Band hier mehr down to earth präsentiert wird als auf den beiden vorausgegangenen Alben. Das beginnt mit dem erstklassigen Cover von Les McCanns “Compared To What” (Gesang: Gary Floyd!), das so tight daherkommt wie seit der “Jubilee”-Tour von Doldingers Passport anno ‘74 oder ‘75 nicht mehr. Fäustling Hans Joachim Irmler schiebt Mushroom dann sehr inspiriert in Richtung der “Possible Music” eines Jon Hassell, während Quintus Kannegiesser (of EfA-Fame) seine Mixe insgesamt mehr am üblichen Sound der Band (obwohl: was heißt das hier schon? “üblich”?) ausrichtet. Kyle Statham (of Fuck-Fame) & Co. überraschen mit dem wunderbar zurückgenommenen, repetitiven “Belgian White Chocolate Remix” (Aaaargh!) von “I Got Blisters On My Fingers” - mehr wäre zuviel. Mehr in Richtung Drone oder frühe experimentelle Pink Floyd (gerade beginnt das crazy Gitarrensolo, ich verbessere mich: Amon Düül) weist dann Chicago-Koryphäe Bundy K. Brown mit seinem - Achtung! - “1968 Chicago Democratic Convention Remix” eines Tracks mit dem Titel “Americans Own The Moon, They Bought It From The Germans - Who Won It During A Poker Game In World War II”, der vielleicht auf dem ‘99er-Album “Analog Hi-Fi Surprise” noch “Abbie Hoffman” hieß. Man beachte in diesem Zusammenhang auch das liebevolle Cover-Artwork, das an die surrealen Fantasien von Alexandro Jodorowsky, an das Atlantic-Label (file under: Passport) und an die Praxis des selbstvergessenen Vor-sich-hin-Muckens erinnert. Was das Ausbreiten von Referenzen angeht, arbeitet Mushroom locker auf Kante-Niveau, allerdings (etwas) weniger abstrakt. Wir bleiben dabei.