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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Zeichen gegen Rechts

#mundaufmachen beim BuViSoCo

Der Bundesvision Song Contest hat am Samstag bereits zum elften Mal eine prima Promo-Plattform für Bands aus Deutschland geboten. Einige von ihnen haben die große Bühne aber darüber hinaus genutzt und ein klares Statement gegen die rechte Hetze in Deutschland gesetzt.
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Ob der Bundesvision Song Contest cool ist oder nicht, mag streitbar sein, Fakt ist aber: Stefan Raabs Sangeswettbewerb erreicht viele Menschen. Am Samstag schauten rund 1,46 Millionen Leute zu, wie sich 16 Bands aus 16 Bundesländern dem Publikumsvoting stellten. Dass Mark Forster für Rheinland-Pfalz gewonnen hat, ist ebenfalls Tatsache und erwähnenswert - wenngleich auch eine eher langweilige Randnotiz im Vergleich zu dem, was sonst so los war. Denn zum ersten Mal war der BuViSoCo auch politisch.  

Los ging’s mit Ferris MC, der sich und seine Band in den bereits von Deichkind bekannten »Refugees-Welcome«-Shirts kleidete. 
Die Donots engagieren sich schon lange für »Kein Bock auf Nazis« und haben mit »Dann ohne mich« einen Song gegen rechtes Mitläufertum geschrieben. Eben jenen spielten sie dann auch beim »BuViSoCo«. Sänger Ingo Knollmann nutzte die Minuten auf der Bühne, unterbrach das Lied und hielt eine kurze Rede gegen diese »besorgten Bürger«. 
Gloria, die Band von Klaas Heufer-Umlauf und Ex-»Wir sind Helden«-Mitglied Mark Tavassol setzte ein weniger lautes,  aber trotzdem sehr eindrückliches Zeichen gegen die Nazi-Hetze. Ihre Bläser trugen Deutschland-Shirts und graue Jogginghosen mit einem nassen Fleck im Schritt, als Anlehnung an das berühmte Foto aus Rostock-Lichtenhagen von 1992. Bereits vergangene Woche hatte Heufer-Umlauf zusammen mit seinem Kollegen Joko Winterscheidt mit einem Video-Statement für Aufsehen gesorgt.
Selbst Revolverheld, sonst eher für kitschige Popsongs bekannt, zeigten sich politisch. Als sie ihren Gewinnersong aus dem letzten Jahr spielten, zogen die Bandmitglieder ihre Jacken aus. Zum Vorschein kamen Shirts mit »Refugees Welcome«-Aufdruck. Ebenfalls mit einem Charity-Shirt wurde der Schlagzeuger von Madsen gesichtet. Die Band hat, ähnlich wie KMPFSPRT, »Refugees Welcome«-Shirts im Angebot. Der Erlös geht an PRO ASYL.