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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»When The Night Calls«

Mt. Desolation

Wenn bei Mt. Desolation die Nacht ruft, sollte man besser nicht antworten. Das Nebenprojekt von zwei Keane-Mitgliedern steht für schläfrigen Pop.

Geschrieben am

Wer erinnert sich nicht voller Schrecken an den weichgespülten Pathos-Pop, mit dem die britische Gruppe Keane 2004 bekannt wurde und der an unheilvolle Vorbilder wie Coldplay erinnerte? Als in jedem Song unerbittlich das Keyboard winselte und die mit ihrer penetranten und seichten Möchtegern-Tragik ziemlich nervten? Keane waren damit nicht nur in ihrem Heimatland Großbritannien, sondern auch in Deutschland erstaunlich erfolgreich. Angesichts dessen kann man erahnen, was einen bei Mt. Desolation, dem Nebenprojekt der Keane-Mitglieder Tim Rice-Oxley und Jesse Quin, erwartet, auch wenn das Duo im Vergleich zu seiner Ursprungsband stärker auf Low-Key denn auf Breitwandproduktion setzt.

Ihr zweites Album ist eine Ansammlung uninspirierter, langweiliger und gefälliger Songs. Es geht irgendwie um Mädchen und darum, wie es sich anfühlt, verlassen zu werden. Also universelle Themen, über die andere Musiker schon weitaus weniger kitschige Songs geschrieben haben. Auf dieser Platte klimpert das Piano zu lieblos komponierten Melodien. Rice-Oxley und Quin singen dazu abwechselnd banale Texte, die sie wohl selbst romantisch finden. Alles sehr vorhersehbar, alles sehr fad.

Mt. Desolation

When the Night Calls

Release: 25.05.2018

An Island Records Release; ℗ 2018 Universal Music Operations Limited