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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

I Phantom

Mr. Lif

Es ist schon beeindruckend, mit welcher Gelassen- und Gewandheit sich Def Jux Platte um Platte neue Türen öffnen und gleichzeitig jenes spezifisch eigene Flair erhalten. Nicht minder beeindruckend ist, wie sich Mr. Lif nach seiner im großen und ganzen auf Battle-Lyrics fußenden EP “Enter The C
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Es ist schon beeindruckend, mit welcher Gelassen- und Gewandheit sich Def Jux Platte um Platte neue Türen öffnen und gleichzeitig jenes spezifisch eigene Flair erhalten. Nicht minder beeindruckend ist, wie sich Mr. Lif nach seiner im großen und ganzen auf Battle-Lyrics fußenden EP “Enter The Colossus” (im übrigen das erste Release auf Def Jux) und der politisch motivierten EP “Emergency Rations” auf seinem Debütalbum “I Phantom” nun ein sehr scharfes Profil als Solokünstler erarbeitet hat. Der aus Boston stammende, mittlerweile nach Berkeley, Kalifornien umgesiedelte MC gilt als einer der besten “Live-Performer”, der unverkennbar an die Tradition der “Boom Bap Ära” anknüpft und seine Ideen nahtlos in jenes stark im Leben der Communitys verwurzelte und revolutionäre Gedankengut einreiht. Gedankengut von MCs der Façon KRS-One, Chuck D, Q-Tip oder Guru. Letzterer erörterte einst seine “Robin Hood Theory”, welche sich prima auf Mr. Lif übertragen lässt. Seine Storys über alltägliche Hürden wie miese Jobs, dumm laufende Beziehungen oder notorische Geldnot sind mit autobiografischen Inhalten gespickt und stets mit einer humorvollen, ja, positiven Note versehen. Mr. Lif weiß zu vermitteln, dass sich doch noch etwas bewegen lässt, ganz gleich, ob im großen oder kleinen Rahmen. Immerhin hat er El-P dazu bewegt, für ihn ein paar sehr geschmeidige Beats und Sounds zu produzieren, und dazu den Bostoner Talentschuppen um Insight, Edan und Fakts One in Stellung gebracht. Dabei muss nicht jeder Beat die Hütte rocken. Nein, ein mittelloser Mr. Lif setzt ganz bewusst auf schräge, unfertige oder “billige” Beats, womit er das Verhältnis von Verpackung und Inhalt abermals clever in Frage stellt. Als Bonus gibt es in einigen CDs (wie sich das mit Vinyl verhält, kann ich nicht sagen) eine Karte mit einer geheimen Internetadresse, wo man, fußend auf “I Phantom”, die gewonnenen Erkenntnisse anhand eines Spieles vermehren bzw. anwenden kann. Viel Vergnügen!