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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Vortex«

Mouth

»Vortex« ist psychedelischer Progressive-Rock aus Köln, der auf erfrischende Weise den Geist der späten 1960er und frühen 1970er heraufbeschwört.
Geschrieben am
Mouth sind ein Kölner Trio, das sich ganz einer Musik verschrieben hat, die heute höchst abwegig erscheint: Progressive-Rock mit stark psychedelischem Einschlag. Bei ihrer Adaption der typischen Eigenarten des Genres schrecken sie auch vor zwanzigminütigen Epen nicht zurück. Dabei zeichnen sich die Stücke dadurch aus, dass sie bis ins kleinste Detail durchdacht und strukturiert sind. Selbst wenn die Musik auszuschweifen scheint, verläuft sie stets in geregelten und organisierten Bahnen. Die große Stärke dieser Platte liegt darin, dass in ein und demselben Stück verschiedene Stimmungen koexistieren können. Psychedelische Momente der Innerlichkeit wechseln sich ab mit hartem, treibendem Rock, der aber niemals stumpf anmutet, sondern stets vielschichtig und komplex, gerade auch in rhythmischer Hinsicht. Daneben gibt es relativ stringent und homogen gehaltene Stücke, die ohne große Brüche auskommen, etwa das balladenartige großartige »Epilogue«, das das dystopische Grundkonzept des Albums textlich abrundet. In der Instrumentierung wird die Musik von einer markanten Orgel bestimmt, die die Band in die Nähe von Soft Machine rückt, wobei Mouth tendenziell rockiger ausgerichtet sind. Was hier außerdem gefällt, ist die grundsätzliche Vorliebe für komische spacige Sounds, die den Eindruck von Weite vermitteln. Das Moment der Grenzenlosigkeit mag auch damit zusammenhängen, dass dieses Album niemals aufzuhören scheint. Nachdem bereits alle auf dem Cover verzeichneten Stücke durchgelaufen sind, geht die Musik immer noch weiter, was natürlich angesichts der kosmischen Orientierung der Musik völlig folgerichtig ist.

Mouth

Vortex

Release: 31.03.2017

℗ 2017 Blu Noise Records