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»Sorpresa Familia«

Mourn

Auch wenn der Spruch »Think positive« mittlerweile ein bisschen nervt: »Sorpresa Familia« zeigt, dass man jede Scheißerfahrung ins Positive wenden kann. Ausnahmen bleiben allerdings die Regel: Das Intro-Aus ist nicht positiv, wie auch immer man es dreht und wendet.

Geschrieben am

Hell no: Meine letzte Intro-Rezension passt versehentlich zum Thema »positives Denken«, diesem Esoterik-Brei, der unter anderem bei akuten Depressionen helfen soll. Seit einiger Zeit ist er in aller Munde – und zwar lange bevor Trump und Konsorten diesen riesigen Trampelpfad quer durch die Gesellschaft pflasterten. Mittlerweile sind die genannten Münder schon so groß, voller Sojamilch und vorgefertigter Gedanken aus Selbsthilfebüchern, dass es wirklich nervt. Herrje, kann denn nicht einfach auch mal was richtig scheiße sein? Ganz ohne positiven Hintergedanken? Was ist mit dem Aus von Intro? Ha! Manchmal macht positives Denken aber tatsächlich Sinn – siehe »Sorpresa Familia«, das dritte Album von Mourn. Nachdem das Quartett aus der Nähe von Barcelona richtig mies vom eigenen Label hängen gelassen wurde, haben sie ihre schlechten Erfahrungen in Songs gepresst. Auf »Doing It Right« verhackstücken die vier beispielsweise Sätze aus E-Mails des besagten Labels. Klar, dass der Song besonders rough, kraftvoll und wütend klingt. Aber nicht nur der nervigen Positives-Denken-Philosophie verleihen Mourn einen Sinn, sondern auch dem dämlichen Spruch »Mit der Muttermilch aufgesogen«: Die Bandmitglieder haben selbige Mitte der 1990er getrunken, in einer Zeit also, in der PJ Harvey, Hole und der ganze Rest, an den ihre Songs erinnern, musikalisch ihr Unwesen trieben. Und das hört man dieser dritten LP auch an.

Mourn

Sorpresa Familia

Release: 15.06.2018

℗ 2018 Captured Tracks

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