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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Blaze Away«

Morcheeba

Gediegenes zwischen Radio und Hotelbar, gemixt aus Trip-Hop, Dub, Psych und Downbeat: »Blaze Away« ist Trip-Pop wie eh und je und punktet mit interessanten Gästen.

 

Geschrieben am

Da sind sie wieder, die umtriebigen Briten Morcheeba, mit dem neunten Album. Bekanntlich traten sie Mitte der 1990er in die Fußstapfen von Massive Attack und machten als Londoner den Bristol-Sound radiotauglich. Daran änderte sich im Verlauf der Jahre wenig, ihre Musik tendierte höchstens mal mehr, mal weniger in Richtung Mainstream-Pop. Was sich allerdings änderte, war die Bandzusammensetzung: 2004 hatten die beiden Godfrey-Brüder Paul und Ross die Sängerin Skye Edwards aus der Band geschmissen. Nach der Reunion 2010 und zwei Alben nahm zuletzt Producer Paul Godfrey seinen Hut. Die Rechte am Bandnamen waren Gitarrist Ross und Sängerin Skye damals noch zu teuer, sodass sie zunächst als Duo unter ihren Vornamen weitermachten. Ob das zu unrentabel war oder ob die Marke Morcheeba mittlerweile beim Bruder im Sonderangebot zu haben war, ist nicht bekannt – jedenfalls erscheint »Blaze Away« wieder mit dem altbekannten Schriftzug auf dem Cover. Und das Album beinhaltet auch altbekannte musikalische Zutaten: satte Bässe, trippige Beats, psychedelische und relaxt gezupfte Gitarren, deepe Synthie-Flächen und perlende Keyboard- und Rhodes-Akkordzerlegungen, auch mal im Offbeat. Das kommt sehr gediegen und gefällig daher, ist schick und schön. Interessant wird es allerdings nur da, wo durchaus nicht unmittelbar naheliegende Features zum Tragen kommen, wie die Lyrics von Lambchops Kurt Wagner in »It’s Summertime«, die Raps von Roots Manuva im Titeltrack oder das in tiefen Lagen gehaucht-geraspelte Duett mit Benjamin Biolay in »Paris Sur Mer« (das allerdings auch recht gewollt-sexy nach Gainsborg vs. Birkin klingt). Das alles stört in keiner nächtlichen Hotelbar, macht beim dritten Gin-Tonic oder gepflegten Weed-BBQ wohl Spaß, gewinnt aber auch keinen Innovationspreis.

Morcheeba

Blaze Away

Release: 01.06.2018

℗ 2018 Skye & Ross Ltd