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»Shine«

Moonbootica

Gewisse Partyexzess-Traditionen muss Otto-Normal-Feierer nicht verstehen: Wet-T-Shirt-Contests, aus Plastikeimern saufen und andere Springbreak-Manöver.
Geschrieben am

Wer die neue Moonbootica abfeiern will, muss aber genau das tun. Zumindest die ersten Songs des vierten Albums von KoweSix und Tobitob zeigen wenig Raffinesse. Beats schrauben sich vorhersehbar in die Höhe und zurück, ein paar Effekte, ein schlingender Loop, Arme in die Höhe. Mehr braucht es wohl auch nicht. Dann Spannungspause, und nach dem Arme-in-die-Höhe-strecken-Moment knallt der Beat wieder los. Besonders schlimm quietscht die Single »These Days Are Gone« im feuchten Pubertätsrausch. Doch dann tritt Jack Beauregard ans Mikro und verleiht dem Höllenhouse ein wenig Seele. Ähnliches gelingt Anthony Mills zwei Songs später: Sinnlichkeit statt BumBumBum, geht doch! Richtig raus haut es schließlich Jake The Rapper mit seinem IDM-Rap. Endlich mal etwas Intelligenz auf diesem sonst der Bewusstlosigkeit verpflichteten Ravealbum. Musikalische Experimentierfreude gelingt noch mit ein paar Bläsern auf »Eleanor« und mit indischen Flötenklängen beim finalen »Walls«.

 

Warum das nicht durchgängig so geht und ein Song wie »Work Your Body« stupide dazwischenstampfen muss? Wir wissen es nicht, bedauern aber, dass Moonbootica, die ehemaligen Insignienträger der Coolness, ihre Sonnenbrillen nun nur noch vom Tageslicht bescheinen lassen. 

 

In drei Worten: Springbreak / House-Hölle / Flöten