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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ben Chantice

Monoland

& International Friendship Society Shadows, Wind Blows, Hurry Up, Protect The Fire (bluNoise / Al!ve) Eines der strahlendsten Highlights des Spätsommers kommt aus Berlin: Mit „Ben Chantice“, ihrem dritten Album seit 1998, loten Monoland - in welche Schublade könnte man die vier am anschaulichs
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&
International Friendship Society
Shadows, Wind Blows, Hurry Up, Protect The Fire
(bluNoise / Al!ve)

Eines der strahlendsten Highlights des Spätsommers kommt aus Berlin: Mit „Ben Chantice“, ihrem dritten Album seit 1998, loten Monoland – in welche Schublade könnte man die vier am anschaulichsten stecken? ätherischer Noise-Pop? – aus, wie unglaublich viel (und unglaublich Schönes) auf einem Album passieren kann, wenn gerade nicht viel passiert. Langsam und unaufhaltsam schweben zehn Songs aus den Lautsprechermembranen, wabern durch die Luft, scheinen manchmal schon fast stillzustehen, bis sie sich langsam wieder in Bewegung setzen und verschwommene, dronige Soundscapes aus behutsamen Fuzz-Gitarren und lärmenden Samples vor sich hertreiben wie riesige Gewitterwolken. Gesang hört man nur sporadisch, und wenn, dann verhalten im Hintergrund und leicht verzerrt. Es herrscht eine fast schon sakrale Stimmung auf diesem Album – man möchte am liebsten die Luft anhalten, aus Angst, diesen Moment durch Störgeräusche zu ruinieren. Sehr intensive Erfahrung, sehr zu empfehlen. Ähnlich still, aber weniger eingängig ist „Shadows, Wind Blows, Hurry Up, Protect The Fire“, das Debüt der International Friendschip Society. Leise Klavier- und Akustikgitarrentöne, selten Songstrukturen, dazu zarter (und beim skurrilen Police-Cover „Message In A Bottle“ auch etwas schiefer) weiblicher Gesang auf Englisch und Japanisch: klingt erst mal mehr ambitioniert als mitreißend. Und tatsächlich: Das Nebenprojekt von Guido Lucas (Genepool, Scumbucket, Ken) und Fred Groborsch (Lockjaw) braucht einiges mehr an Zeit, um den Hörer für sich zu gewinnen, kommt dann aber richtig.