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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

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Mon)tag

Wer hat eigentlich die Konsum-schädliche Mär vom Montag erfunden, an dem angeblich nur minderwertige Erzeugnisse die Produktionsstätten verlassen? Der blaue Montag erlaubt es dem übernächtigten Weekend-Cruiser sogar, “krankheits”bedingt das Büro zu meiden. Diesem miesen Image setzen Julian Friedrich
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Wer hat eigentlich die Konsum-schädliche Mär vom Montag erfunden, an dem angeblich nur minderwertige Erzeugnisse die Produktionsstätten verlassen? Der blaue Montag erlaubt es dem übernächtigten Weekend-Cruiser sogar, “krankheits”bedingt das Büro zu meiden. Diesem miesen Image setzen Julian Friedrich, Dominik Pobot und Jan Ostendorf bewusst ihr Projekt Mon)tag entgegen, mit Hilfe unbeschwerter, fröhlicher, kaum bissiger Lieder. Streicher-unterstütztes Melodiegeflecht entzerrt die etwas härtere Gangart in “Warum Sind Wir So Laut”. Ein mutiger Schritt, diese angestaubt erscheinenden Instrumente einzusetzen. Dieser Track wirkt wie ein Ausreißversuch aus dem übrigen Wohlfühl-Pop. Was durch das direkt anschließende “Zu Besuch” deutlich wird. Dort findet, erneut durch die Streicher, die Positionierung des Projektes statt. Cineastischer PopRock, sagen die Musiker aus Hamburg. Filme im Kopf und so. Bilder, die Gefühle transportieren und haufenweise Nettigkeiten ausschütten. In der Besetzung entsprechen Mon)tag dem klassischen Rocktrio, freilich ohne die Härte und vordergründiges Revolten-Image. Noch nicht wie Fink, aber als Anrainer von Tele (auch ein Tapete-Act) durchaus im gehobenen Pop zu Hause. Dann erinnern sie sich wieder des Rock-Gerüstes und hämmern in “Wofür” dem Pop die Verzierungen heraus. Woran erkennt man eigentlich den Unterschied, ob deutsch getextete Lieder nun zum Schlager- oder zum Pop-Department zu zählen sind? Wem die Melancholie das Hirn vernebelt und wer auf Linderung aus ist, der kann die Antwort bei Mon)tag finden.