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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Please Be Mine«

Molly Burch

Ist es zu hoch gegriffen, »Please Be Mine« so richtig zu feiern? Vielleicht. Andererseits wurde auf diesen Seiten auch schon Bon Iver zum Album des Jahres. Ein bisschen Übertreibung gehört also zum guten Ton.
Geschrieben am
Es ist natürlich anachronistisch, was Molly Burch auf ihrem Debüt »Please Be Mine« veranstaltet: Songs von (und Verzweiflung an) Liebe, die sich auf jeder Ebene – sei es in Songwriting, Produktion oder Arrangement – tief in die Klangräume der 1950er und frühen 1960er fallen lassen. Doo-Wop, Hall und scharf umherhüpfende Gitarren sind die Markenzeichen der gebürtigen Kalifornierin, die in Texas lebt und überhaupt nur Songs zu schreiben begann, um ihrer Stimme einen angemessenen Rahmen zu geben. Patsy Cline oder Nina Simone können und dürfen dem Hörer hier einfallen, mir fallen aber vor allem ein: die Indie-Darlings Angel Olsen, Sonny & The Sunsets und Mac DeMarco. Einige Highlights klingen gar, als hätte Cinemascope-Diva Lana Del Rey den Gesang eines dieser schelmisch sich zur Hymne wuselnden DeMarco-Stücke übernommen. Zumindest bis der im April sein neues Album rausbringt, ist das hier jedenfalls state of the art des sehnsüchtigen Soul, und von mir aus kann das auch darüber hinaus so bleiben. Man wird ja wohl noch übertreiben dürfen, bei so einem Herzensalbum!

Molly Burch

Please Be Mine

Release: 17.02.2017

℗ 2016 Molly Burch