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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Young Team

MOGWAI

Glasgow ist Chicago, ist Glasgow, ist Chicago. Kollege Büscher benutzt in dieser Ausgabe an einer Stelle das hiermit von mir geliehene "Krautrocknachwehen", und der NME liebt diese Kinder schottischer Eltern wie TORTOISE und MY BLOODY VALENTINE zusammen. Davon ausgehend, bekomme ich zwar nur kryptis
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Autor: intro.de

Glasgow ist Chicago, ist Glasgow, ist Chicago. Kollege Büscher benutzt in dieser Ausgabe an einer Stelle das hiermit von mir geliehene "Krautrocknachwehen", und der NME liebt diese Kinder schottischer Eltern wie TORTOISE und MY BLOODY VALENTINE zusammen. Davon ausgehend, bekomme ich zwar nur kryptische Pseudonyme der Bandmitlieder à la "+the relic+" oder "bionic" vorgesetzt, aber Namen, Bedeutungen und Richtungsanzeiger weisen ohnehin ins Leere, MOGWAI haben gesprochen, basta. Der Phantasie schieben sie keinen Riegel vor, gewaltsamen Krachkaskaden lassen sie ruhig mal ihre zehn Minuten, und ihre Experimentierwütigkeit angesichts des Formates Longplayer kennt ebensowenig Grenzen. So rotiere ich spätestens mit, wenn "With Portfolio" mit dem härtesten Ping-Pong-Effekt der Rockgeschichte endet, schwebe nahtlos in psychedelische Sphären von "R U Still In 2 It" hinüber und wünsche mir "Yes I'm A Long Way From Home" als Begleitung meines sonntäglichen Spaziergangs in meine Ohren, während ich mich über unterkühlte Ohren ärgere, aber die Luft genieße, die mir das zuckersüße "Tracy" ermöglichte. MOGWAI brechen ihre Zerbrechlichkeit durch Zerbrechen, durch Aufbegehren, das erhebt sie über das gleichförmige Geplänkel ihrer Post-Rock-Kollegen und garantierte der seit Anfang 1996 agierenden Band einen steilen Aufstieg. Der Weg aus der Studentenrockkrise führt laut MOGWAI über den 80er-Habitus von Bands à la JOY DIVISION und späten TALK TALK, introvertiert, impressionistisch, und wenn es schon kracht, dann bitte an der richtigen Stelle. Dabei muß sich die junge Band nicht strecken oder anbiedern, denn ihre Ideen klingen wie ihre eigenen, müssen daher nicht kaschiert werden. "Young Team" ist Seelen-Trip und Herzschmerz, Soul für Philosophiestudies, Soundtrack für den Weg nach Hause, obwohl wir doch nie ankommen (höre hierzu "Mogwai Fear Satan").