×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Fünf Freunde

Mogwai

Heute ist ein guter Tag. Sowohl für Mogwai als auch für Glasgow. Denn Celtic FC, der erklärte Lieblingsverein der fünf Schotten, kämpft heute um den Einzug ins UEFA-Cup-Halbfinale. Und die Chancen stehen gut. Nach einem Unentschieden im Hinspiel trifft die Mannschaft mit dem vierblättrigen Kleeblatt
Geschrieben am

Heute ist ein guter Tag. Sowohl für Mogwai als auch für Glasgow. Denn Celtic FC, der erklärte Lieblingsverein der fünf Schotten, kämpft heute um den Einzug ins UEFA-Cup-Halbfinale. Und die Chancen stehen gut. Nach einem Unentschieden im Hinspiel trifft die Mannschaft mit dem vierblättrigen Kleeblatt-Wappen am Abend erneut auf den Liverpool FC. Das ist natürlich ein wichtiges Ereignis. Für Mogwai heute vielleicht sogar wichtiger als die Interviews zu "Happy Songs For Happy People", ihrem neuen, inzwischen vierten Studioalbum, zu denen sie in ihre Heimatstadt geladen haben.

"We're gonna kick their sorry asses!" ist sich Drummer Martin Bulloch siegesgewiss. "Wir sind schließlich keine Loser wie die Rangers." Mogwais Fußball-Welt ist sehr übersichtlich. Es gibt Gut und Böse. Celtic sind natürlich die Guten. Und die Erzrivalen Glasgow Rangers die Bösen. Da gibt es keine Diskussion. Die Band bildet dabei natürlich einen geschlossenen Fanblock: "Alles andere wäre undenkbar. Die Band hätte sich vor Jahren aufgelöst, wenn jemand von uns zu den fucking Rangers gehen würde."

Happy Sad

So viel zum Thema Bodenhaftung. Trotz ihrer inzwischen hunderdtausendfach verkauften Alben wirken Mogwai immer noch wie die netten Jungs von nebenan. Man würde ihnen zutrauen, dass sie sich vor und nach dem Proben auf dem Bolzplatz treffen. Mogwai haben keinen akademisch angehauchten, Jazz-lastigen Theorie-Überbau wie ihre postrockenden Kollegen von Tortoise. Und auch wenn sie ebenfalls vor allem mit Instrumentalnummern bekannt geworden sind, die sich durch die perfekte Beherrschung von Laut-Leise-Dynamik und episches Format auszeichnen, fehlt ihnen - zumindest in öffentlichen Äußerungen - der politisch aufladbare Heilsgestus, den man des Öfteren bei Godspeed You Black Emperor! beobachten kann. Dabei kann ihre Musik genauso gewaltig sein und löst bei einigen Hörern sogar Formen spirituellen Deliriums aus. Im offiziellen Online-Forum der Band meldete sich so zum Beispiel mal ein besorgter Fan: "I'm a Christian songwriter who was extremely influenced by your music until I looked into the album sleeves and discovered there seems to be something satanic going on with you guys. Is this true? Do you think you should clean up your image and put out a more positive message?"

Christen aller Länder, beruhigt euch. So positiv wie die Jungs von Mogwai sind Musiker sonst selten drauf. Selbst wenn ihre Musik nach wie vor eine gewisse getragene Ernsthaftigkeit hat, sind die Schotten doch auch bekannt für ihren kruden Humor. Der ließ sie zum Beispiel ihrem neuen Album, das diesmal nicht wie die beiden Vorgänger "Come On Die Young" und "Rock Action" in den USA von Mercury-Rev-Bassist und Flaming-Lips-Produzent Dave Fridmann, sondern in den heimischen Ca-Va-Studios aufgenommen wurde, zunächst den Arbeitstitel "A Bag Of Agony" verleihen. Klingt todtraurig, kommt aber aus einem zum Schreien komischen Song von Bill Cosby (ja, genau, der unlustige Komiker mit den hässlichen Strickpullis): "Er hat ganz früher mal eine Platte mit Anti-Drogen-Songs für Kids gemacht [Bill Cosby talks to kids about drugs]", erklärt mir Gitarrist John später und fängt sofort an zu singen: "'We don't need this bad drugs, let's drop this bags of agony.' Das ist zum Schreien komisch, mit allen diesen Kindern im Background-Chor. Wir haben das vor ein paar Monaten gehört und wollten sofort das Album so nennen. Dann hätte aber wohl in allen Reviews gestanden: 'bag of shit'."

Drum heißt das Werk jetzt auch "Happy Songs For Happy People" und ist natürlich alles andere als schlecht. Mogwai überbieten sich in Sachen Detailversessenheit und feilen noch stärker an ihren feinen Melodiebögen und instrumentalen Verdichtungen. "Happy Songs ..." klingt noch konzentrierter und konsequenter auf den Punkt gebracht als der Vorgänger "Rock Action", führt dessen Stärken in Sachen aufwühlende Dynamik und Wechselspiel verträumter Sound-Miniaturen und massiver Noise-Wände aber gekonnt weiter.

Hörzu

Den ersten Eindruck vom neuen Album gibt es für die versammelte Presse in heimeliger Hotelzimmer-Atmosphäre. Pre-Listening heißt das im Fachdeutsch, mit Kollegen aus Spanien, Belgien, Frankreich und Holland. Die eigens organisierte Kompaktanlage weigert sich zwar zunächst, die frisch aus dem Presswerk eingeflogene Vorab-CD abzuspielen. Vorführ-Effekt eben. Da ist gleich die ganze mühsam aufgebaute Spannung weg.

Als dann aber endlich die ersten Takte zu hören sind, breitet sich dann doch andächtige Stille aus. Langsam blenden sich beim Opener "Hunted By A Freak" leicht angezerrte Gitarren ein, die sich zusammen mit stark verfremdetem Vocoder-Gesang und einem Haufen Synths und Streicher in luftige Höhen hoch schrauben. Ein beinah sakral wirkender, zutiefst andächtiger Anfang. Auch beim folgenden "Moses? I Amn't" sparen Mogwai nicht mit tieftraurigen Landschaften in Moll, breiten wuchtige Cello- und Orgelflächen über schleppendem Industrial-Noise aus. Erst "Kids Will Be Skeletons" ist dann einer dieser satt zurückgelehnten, elegischen Mogwai-Klassiker, der sich mit zart gepickten Akustikgitarren am Anfang und einem sich ständig steigernden Feedback-Crescendo an alte Stücke wie "Christmas Steps" oder "Helicon 2" anlehnt.

"Happy Songs For Happy People" pendelt im weiteren Verlauf gekonnt zwischen bedeckteren Harmonien und den typischen aufwühlenden Ausbrüchen, für die die Band auch live bekannt geworden ist. "Boring Machines Disturbs Sleep" wird mit seinem leise in den Hintergrund gemischten Harmoniegesang und wunderbar bearbeiteten Gitarren-Drones schnell einer meiner Lieblingstracks. Genau wie "Golden Porsche", mit unter drei Minuten der kürzeste Track des Albums, der mit einer grandios einfachen Gitarren-Linie, Cello und Piano mit minimalen Mitteln in Sekundenschnelle eine der dichtesten Atmosphären auf der Platte zaubert und damit vielleicht das beste Beispiel ist, wie sehr Mogwai hier auf den Punkt kommen. Wir dürfen das taufrische Album noch zweimal hören, bevor endgültig klar ist: Mogwai haben sich ein eigenes Monument gesetzt. Für eine Gruppe, die sich ursprünglich durch ihre Lautstärke und Intensität einen Namen gemacht hat, klingen Mogwai detailbesessener denn je. Der schlichte, immer wieder gerne Slint in die Schuhe geschobene Minimalismus ist längst durch orchestrale Weite ergänzt worden, ohne komplett verschwunden zu sein. So konzentriert und präzise zu klingen, dabei sowohl soundtechnische Experimente zu wagen, aber die Kraft einer Live-Band nicht zu verlieren und zugleich so in sich ruhend zu agieren, das kann momentan wohl keine andere Band besser, die wie Mogwai vornehmlich instrumental arbeitet.

Lads In The Hood

Gegen Abend gehen wir dann Sightseeing - Mogwai-Style. Die Jungs und ihr Viertel. Wir schlendern durch die Argyle Street, eine schicke Fußgängerzone mit Läden voll Designer-Fummeln. Glasgow ist schicker als angenommen. Und das angeblich nicht erst, seitdem sich die Stadt 1990 als europäische Kulturhauptstadt einem Facelifting unterzogen hat. Rechts geht's zum River Clyde, und irgendwo hier ist auch das 13th Note, der einst legendäre Club, heute wohl nur noch Bar, in dem sicher jede Glasgower Band am Anfang ihrer Karriere gespielt hat: Teenage Fanclub, Bis, Urusei Yatsura, die Pastels, Belle & Sebastian, um jetzt mal nur beim Gitarren-Underground zu bleiben. Um die Ecke ist Mono, ein wirklich netter, mit einem Café kombinierter Plattenladen, den Mogwai wärmstens empfehlen.

Dann geht's erst mal zünftig Essen im rustikalen Ambiente. Dabei gibt's kein Vorbei an schottischen Spezialitäten. Wer beim Haggis fragt, was genau da drin ist, wird erst mal vor versammelter Mannschaft ausgelacht. Whiskey trinken mit Mogwai ist umso netter, aber auch gefährlich. Wir wollen schließlich noch in einen ihrer Lieblingspubs, den Nice And Sleazy, eine angenehm unspektakuläre Musikkneipe mit Auftrittsmöglichkeit im Keller. Wer das Innencover von "Rock Action" kennt: Genau hier posierten die Jungs auch für das dort abgebildete Foto. Und Gitarrist John wird immerhin vom Türsteher mit Handschlag begrüßt, ansonsten zeigt sich die trinkfreudige Menge zwischen Theke, Pool-Tischen und Pyramiden aus Pint-Gläsern aber denkbar unbeeindruckt vom Besuch der Band. Das scheint hier Normalität. Während also unten im Keller eine Hardcore-Band schwer arbeitet, füttert John die Jukebox und macht für den Rest des Abends den DJ: Sonic Youth, Joy Division, Arab Strap, The Fall. Indie-Superhits eben. Dazwischen immer mal wieder eine Band, die Mogwai auf ihrem eigenen Label Rock Action rausbringen. So sympathisch und entspannt geht's bis zum Zapfenstreich. Let's have another secret pint - aber lass uns nicht über Musik reden.

Gang Of Five

Dieser Teil steht dann erst am nächsten Tag an. Es gibt das Gerücht, Mogwai seien ziemlich ruhige Interviewpartner, die sich zweimal bitten lassen und nur ungern über ihre eigene Musik reden. Letzteres stimmt zum Teil. Vom Ersteren ist allerdings nichts zu spüren. Bis auf Drummer Martin, der noch ein wenig mit den Getränken vom Vorabend kämpft, ist die Band frisch und munter und tritt gleich zu fünft zum offiziellen Gespräch an. Das bedeutet Redefluss, aber auch schottischer Akzent im Überfluss. Nicht ganz leicht, da immer den Überblick zu behalten. Außerdem sind Mogwai Meister darin, jeden ernsteren Frageversuch im Handumdrehen in unterhaltsame Alberei überzuleiten. Aber das machen sie gut.

Mogwais Gitarrist Stuart und Bassist Dominic sind dabei heute ein eingespieltes Team und spielen sich gegenseitig die Vorlagen zu unverständlichen Insiderwitzen zu. Barry, der Mann für Keyboards, Streicher und eigentlich Mädchen für alles, macht von Zeit zu Zeit ein paar skurrile Einwürfe, während sich Martin und Gitarrist John eher vornehm zurückhalten; wenn sie aber etwas sagen, dann tun sie das mit einer gewissen Bestimmtheit.

Ihr habt mal irgendwann gesagt, euer Hauptziel sei es, die lauteste Band der Welt sein zu wollen. Wenn das noch so ist, wie weit seid ihr damit mit der neuen Platte gekommen?

Stuart: So was haben wir wohl alle irgendwann mal gesagt.

John: Das mit der Lautstärke ist aber eher so eine Live-Sache, ich glaube, das hat nichts mit den Songs oder den Aufnahmen zu tun. Live haben wir schon einen Ehrgeiz entwickelt, wirklich laut zu spielen, und das haben wir bisher ja auch immer ganz gut hingekriegt.

Das Touren und Live-Spielen scheint ein sehr wichtiger Punkt bei euch zu sein, die langen und intensiven Touren. Das muss doch nach so einer langen Zeit zusammen als Band auch bestimmt anstrengend sein, oder?

Stuart: Stimmt, wir sind ja seit fast acht Jahren zusammen.

Dominic: Das ist länger, als so manch andere Band besteht.

Was für eine Rolle spielt die Tatsache, dass ihr alle aus Glasgow seid, für den Zusammenhalt der Band? In Deutsch gibt es dieses Wort "bodenständig", das einerseits eine gewisse Starrköpfigkeit bedeuten kann, aber auch, dass man seiner Herkunft und seinen Ursprüngen treu bleibt. Könnte das für euch eine Bedeutung haben?

John: Vielleicht, allerdings leben wir nicht mehr alle hier. Stuart wohnt inzwischen in Edinburgh, das ist eigentlich nur knappe 45 Minuten mit dem Zug entfernt. Martin lebt in London. Ich bin vielleicht der Einzige, der hier direkt aus der Stadt kommt. Trotzdem sind wir natürlich viel zusammen. Der Grund, warum wir als Band gut zusammenpassen, ist wahrscheinlich einfach, dass wir eben gute Freunde sind, nehme ich an.

Dominic: Wir nehmen Sachen nicht immer so ernst. Wo andere Leute untereinander Stress machen, geht uns das meist am Arsch vorbei.

Seit dem Anfang eurer Karriere seid ihr ja eine eingeschworene Gemeinschaft mit ihren eigenen Symbolen, Regeln und Gewohnheiten. Die Sache mit den Pseudonymen der Bandmitglieder zum Beispiel, oder als ihr euch zur "Young Team"-Tour kollektiv habt tätowieren und die Köpfe kahl rasieren lassen. Seid ihr vielleicht eher eine Gang als eine Band?

Barry: Keine Ahnung, so funktionieren doch eigentlich alle Bands, oder?

Martin: Aber vielleicht denken wir auch nur, das ist bei den anderen genauso.

Dominic: Ich kenne Leute aus anderen Bands, die hassen sich gegenseitig. Was für ein Blödsinn, dann noch in der Band zusammen zu sein. Man verbringt so viel Zeit miteinander.

Stuart: Wir machen viel zusammen. Wir proben natürlich oft, dann immer für ein paar Tage am Stück, weil Martin aus London hochkommen muss und ich von Edinburgh rüberkomme. Wir gehen zusammen zum Fußball, wir sind alle Fans von Celtic. Dann haben wir zusammen noch unser Label.

Dominic: Unsere Freundinnen haben ernsthaft versucht, uns auszureden, nicht immer nach den Proben noch zusammen einen trinken zu gehen. Das klappt aber nie. Wir brauchen keine Entschuldigung, um zusammen zu chillen oder gemeinsam in den Pub zu gehen.

Rock Action

Natürlich lassen Mogwai die Gelegenheit nicht ungenutzt, noch ein wenig Promotion für ihr eigenes Label Rock Action zu machen. Bereits 1996, noch vor dem Signing bei Chemical Underground, erschien die erste Mogwai-Single "Tuner/Lower" auf dem bandeigenen Label. Inzwischen kümmern sich Mogwai nun in der wenigen Zeit, die ihnen zwischen Proben, Aufnahmen und dem übervollen Tourkalender bleibt, vor allem um die Förderung anderer Künstler und Bands. Dominic erzählt zum Beispiel grinsend, dass ihm vor ein paar Jahren doch glatt ein Demo der damals noch unbekannten Isländer Sigur Rós in die Finger kam, die auf Rock Action eine Single oder Platte machen wollten. "Da ist leider nichts draus geworden. Jetzt spielen die in Hallen, die sind größer, als wir sie im Moment füllen können", meint er achselzuckend. Schließlich geht es beim Label nicht darum, Acts rauszubringen, die wie der tausendste Mogwai-Aufguss klingen: "Wir kriegen zu viele Demos, die einfach wie schlechte Versionen von 'Christmas Steps' klingen. Das ist dann eher nicht so spannend für uns."

Stattdessen drückt mir Barry begeistert einen der jüngsten Releases, die "Figa EP" von The James Orr Complex, in die Hand, hinter der der Glasgower Singer/Songwriter Chris Mack steckt. Ein Mann und seine Akustikgitarre, der hier fünf wunderbar gebrochene Stücke irgendwo zwischen John Fahey und David Grubbs zelebriert. Weitere Label-Highlights: Kling Klang, vier Synthesizer-Spieler und ein Drummer aus Liverpool, die als Kraut-Punk beschrieben werden, der Kid-606-Buddy Cex mit eher elektronischen Sounds oder die Neuentdeckung Part Chimp. Auch Releases von Random Numbers oder eine Country-Platte von Dave Pajo a.k.a. Papa M sind neben den eigenen Singles und Maxis auf Rock Action erschienen.

Gästeliste

Ihr habt ja mal mit Luke Sutherland von Long Fin Killie gearbeitet, der ja auch aus Edinburgh stammt. Ich bin ein großer Fan von ihm, was macht der eigentlich im Augenblick so?

Martin: Er ist auf der neuen Platte, spielt Geige. Im Moment schreibt er vor allem an seinem neuen Roman, ich sehe ihn manchmal, da er in London in derselben Gegend wohnt wie ich. Er ist ein toller Kerl.

Irgendwelche anderen Gäste auf dem neuen Album?

Barry: Wir hätten ja gerne auch mal eine Frau als Sängerin gehabt. Wir haben mal mit Chan Marshall [Cat Power] gesprochen, aber daraus ist nichts geworden.

John: Sie wurde plötzlich irgendwie komisch, und es ist einfach so verlaufen. Sie ist schon eine ziemlich verrückte Person.

Wenn jeder von euch sich einen Musiker auswählen sollte, der euren Platz in der Band übernehmen müsste, wen würdet ihr nehmen? Wer könnte das übernehmen?

Stuart: Kevin Shields von My Bloody Valentine, klarer Fall.

Martin: Der Ex-Oasis-Drummer Tony McCarroll. Er schmollt leider, seit ihn Oasis wegen seiner - ähm - "begrenzten" Fähigkeiten aus der Band geworfen haben.

Barry: Keith Emerson von Emerson, Lake & Palmer. Oder Stevie Wonder.

John: Steve Vai, er ist der Einzige, der das könnte. Nur er ist schnell genug, um an mich ranzukommen. [dies wird vom Rest der Band mit wieherndem Gelächter quittiert] Du kennst ihn nicht? Das ist so ein Metall-Gott, hat mal bei Zappa, David Lee Roth und Whitesnake gespielt und dann seine eigene Metall-Band Vai gehabt.

Dominic: Dann muss ich Flea von den Red Hot Chili Peppers nehmen. Hat das richtige Aussehen und die richtigen Moves drauf, um es mit mir aufzunehmen.

Könnt ihr euch vorstellen, wie diese Band dann eure Songs spielen sollte?

Stuart: Das wäre schon cool. Die würden sich aber wahrscheinlich nach fünfzehn Minuten umbringen.

Ihr spielt diesen Sommer beim amerikanischen "All Tomorrows Parties", das dieses Mal von Matt Groening kuratiert wird. Ist er ein Fan von euch? Wann können wir die ersten Mogwai-Songs in einer "Simpsons"-Folge hören?

Barry: Ich glaube, er kannte unser Zeug, das haben aber alles unsere Leute vom Label in den USA klargemacht.

Dominic: Wir müssen ihn in Kalifornien anhauen, wann wir endlich in die Show kommen. Das wäre dann wohl der Zeitpunkt, an dem ich mich beruhigt zur Ruhe setzen könnte - einmal ein Gastauftritt bei den "Simpsons".

Abpfiff

Der Vollständigkeit halber sollte noch vermerkt sein: Es war in der Tat ein guter Tag für Mogwai, für Glasgow und für Schottland. Celtic schlägt Liverpool klar mit 2:0 und trifft damit im Halbfinale auf Boavista. Mogwai werden in dieser Nacht noch gefeiert haben. Und sich am nächsten Tag dann wieder ihrer Musik zugewendet haben. Weil es ihnen selbst immer wieder so großen Spaß macht. Das klingt so wunderbar einfach. Und es gibt dabei immer dieses unausgesprochene Versprechen, dass Musik auch ohne viel große Worte Menschen bewegen kann. Um es in Mogwais eigener Art zu sagen: "Hello. We are Mogwai. Music can change things. Listen."