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Mr Beast

Mogwai

& Sweek The Unbelievable Cinematic Crash Cartepostalerecords Für & Wider Die traurigsten Melodien der Welt zu spielen und dabei gleichzeitig mehr Lärm zu machen als eine landende Boeing ist nun schon seit zehn Jahren die ganz besondere Kunst der Glasgower Buben
Geschrieben am

&
Sweek
The Unbelievable Cinematic Crash
Cartepostalerecords

Für & Wider

Die traurigsten Melodien der Welt zu spielen und dabei gleichzeitig mehr Lärm zu machen als eine landende Boeing ist nun schon seit zehn Jahren die ganz besondere Kunst der Glasgower Buben-Band Mogwai. Umwerfende Konzerte, zum Heulen schöne Singles wie der "Christmas Song", das brachiale 20-Minuten-Monster "My Father, My King" oder zuletzt 2003 ihr Album-Meisterstück "Happy Songs For Happy People" lösten schon häufig bestimmt nicht nur bei mir eine nahezu religiöse Verblendung aus. Im Art-Rock-Koordinatensystem haben sich Mogwai längst einen Platz erobert zwischen Slint, The Cure (zur "Disintegration"-Phase) und My Bloody Valentine. Nimmermüde spielen Mogwai auch auf ihrem fünften Studioalbum "Mr Beast" knackige 47 Minuten lang mit der erfolgreichen Laut/Leise-Formel. Wie auf "Happy Songs ..." sind erneut tränenziehende Pianomelodien und wuchtiger Schwermetall in Liebe vereint, am schönsten wohl auf "Friend Of The Night". Zu entdecken gibt es diesmal die Pedal-Steel-Gitarre ("Acid Food"), kompakten Rock ("Glasgow Mega-Snake") und den Sänger der japanischen Hardcoreband Envy, der "I Chose Horses" zum schwermütigen Spoken-Word-Track macht. Der anschwellende Trauermarsch zu Beginn ("Auto Rock") darf natürlich ebenso wenig fehlen wie das Noise-Finale ("We're No Here"). Mit "Mr Beast" stagnieren Mogwai auf sehr hohem Niveau - und mehr kann man nun wirklich nicht verlangen. Während sich Mogwai offenbar immer kürzer fassen wollen, sind die Songs der belgischen Instrumentalrocker Sweek auf deren zweitem Album "The Unbelievable Cinematic Crash" deutlich ausschweifender und epischer angelegt und werden zusätzlich durch klassische Instrumente wie Harfe oder Klarinette verstärkt. Sweeks 16-minütige, in unterschiedliche Kapitel unterteilte Songs mit ulkigen Titeln wie "Tequila Fitness Club" rufen oftmals die Endzeit-Scores von Godspeed You! Black Emperor ins Gedächtnis. "Iki" stolpert sich mit Start/Stopp-Technik mühsam zum Höhepunkt; die etwas zappelige Folklore im finalen "Trust Me" rumpelt erst nach vierminütigem Stimmen- und Geräuschgewirr los. Fans von Kranky Records werden das womöglich gerne hören, mir stellt sich aber nach den Godspeed-Meilensteinen "f#a# " und "Lift Your Skinny Fists ..." doch die Frage, wie viel mit Fiedeln und Schifferklavieren angereicherten Progressivrock die Welt tatsächlich noch braucht.

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