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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ort für improvisierte Musik

Moers Festival

Von der jüdischen Diaspora bis zu den Musikerdynastien Malis – auch nach dem Umzug in die Festivalhalle ist das Moers Festival ein Wallfahrtsort für Fans improvisierter Musik. 
Geschrieben am

»We are ugly, but we have the music« – das ist der Titel eines Standardwerks über jüdische Identität und Subkultur. Auf nur wenige Musiker passt das besser als auf John Zorn. Stylepunkte gewinnt der Saxofonist auf jeden Fall keine, wenn er im charakteristischen orangenen Labberpulli mit Tarnhose auf die Bühne kommt. Aber sobald er sein Instrument spielt, ist alles vergessen. Es gibt kaum einen Musiker, der den Sound New Yorks so gut festgehalten hat wie John Zorn, egal, ob es sich dabei um die diasporische »Radical Jewish Music« seines Labels Tzadik oder den eklektischen Surround-Sound von Naked City handelt, der im 30-Sekunden-Takt von Surf zu Calypso zu Hardcore wechselt. »Reizüberflutung ist für John Zorn keine Bedrohung, sondern eine Form von künstlerischer Stimulation«, meint Rainer Michalke, Leiter des Moers Festival. Dort wird Zorn am 17. Mai, dem »Zorntag«, auf seiner Geburtstagstournee haltmachen.

Aber auch die restlichen drei Tage des Moers Festival stehen dem in nichts nach. Am Samstag verbinden Stian Westerhus und Sidsel Endresen verhallte, minimalistische Gitarrenphrasen mit Elektronik und Stimmexperimenten im Stil der konkreten Poesie. Am Sonntag wiegen Nohome die Besucher der Festivalhalle in einem Noisegewitter aus Gitarre, Bass und Drums. Und am Montag wird Bassekou Kouyaté mit seinem Familienunternehmen Ngoni Ba auf der Bühne stehen. Immer dabei die Ngoni, das malinesische Saiteninstrument, dem Kouyaté wie kein zweiter Melodien entlocken kann.

17.-20.05. Moers 
John Zorn, Illuminations, Holy Visions, The Alchemist, Moonchild, Templars, Dreamers, Electric Masada, The Dorf, Je Suis, Jenny Hval, Blixt, Lenine & Martin Fondse Orchestra, Sidsel Endresen & Stian Westerhus, Dafnis Prieto, Kokayi & Jason Lindner, Katrin Scherer, Michael Schiefel, Caravaggio, Nohome, Evelyn Glennie & Fred Frith, Mark de Clive-Lowe, Terri Lyne Carrington, Local Heroes, Bassekou Kouyaté & Ngoni Ba, Fred Kellner & Die famosen Soulsisters u. v. a.