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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Pabulum

Minxus

In Trios steckt oft eine Menge erstaunlichen Potentials. Mit MINXUS unterstreicht ein weiterer Vertreter dieser Gattung genannte These aufs Neue. Die gesamte Bandbreite an Möglichkeiten wird hier ausgeschöpft. Sowohl strukturell (mittelmäßig vertrackte Rhythmen, dafür allerdings recht unerwartete We
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Autor: intro.de

In Trios steckt oft eine Menge erstaunlichen Potentials. Mit MINXUS unterstreicht ein weiterer Vertreter dieser Gattung genannte These aufs Neue. Die gesamte Bandbreite an Möglichkeiten wird hier ausgeschöpft. Sowohl strukturell (mittelmäßig vertrackte Rhythmen, dafür allerdings recht unerwartete Wendungen/Wechsel) als auch von den Stilmitteln her, besonders was die Gitarrenkünste Cavin Pearces betrifft: Alles vorhanden, vom noblen Gezirpe über herrlich cleanes Gefiedel bis zum verzerrt-schrägen Geschrummel. Diese Kontraste harmonieren nicht nur glänzend (meistens innerhalb eines Stücks), sondern bedingen einander geradezu. Ohnehin: Was (im Vergleich zu anderen "too pure"-Bands) an aus Experimentierfreude resultierender Eigenständig-/Einzigartigkeit fehlt, machen MINXUS durch geradezu sprichwörtlichen Spielwitz mehr als wett. Und immer kurz vorm Chaos, dem Auseinanderdividieren, demonstrieren die drei wieder eine bewundernswerte Kontrolle und Disziplin. Herumgeschnörkel und Verschrobenheit (meistens im 3/4-Takt) implizieren bei MINXUS stets neue Harmoniewechsel und eröffnen damit selbst im begrenzten Rahmen eine Fülle an Möglichkeiten der Ausgestaltung, ohne daß die Gefahr bestünde, in die Beliebigkeit abzutauchen. Im Gegenteil: Trotz der mannigfaltigen Vergleiche, die sich dadurch aufdrängen, behält das alles einen recht eigenständigen Charakter, und sei es nur durch den Gesang She Rocolas, der an ein gewisses Timbre einer gewissen KATE BUSH (in weniger exaltierten Momenten) oder TORI AMOS erinnert. Und wie das paßt! ("Get" könnte gar der 3-Minuten-Chartbreaker sein, den "too pure" nie gefordert hatten.)
Wüßte ich nicht um die Herkunft der Briten, vermutete ich in "Pabulum" gar das langerwartete Album der 90er made in New Zealand, das NICHT in der Wall-of-Sound-Mittelmäßigkeit ertrunken ist. Indes scheinen manche auch hiermit noch Probleme zu haben, was eine mögliche Kategorisierung angeht: Mit "Indie-Jazz-Pop" (!) will mich das Info mürbe machen. "Nicht die Spur", denke ich und bin geneigt, einen bekannten Slogan in "Handwerker an die Macht" umzuformulieren.