×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Embrace live

Minimal-Bombast

27.11.04, Düsseldorf, Zakk Man kann schon einigermaßen gespannt sein, was man bei einem Embrace-Konzert geboten bekommt. Schließlich sieht man - die Studiowerke im Ohr - die Band auf der breiten Bühne eines mindestens mittelgroßen Konzersaals plus 18-köpfiges Streich- und Blasorchester vor sich.
Geschrieben am
27.11.04, Düsseldorf, Zakk

Man kann schon einigermaßen gespannt sein, was man bei einem Embrace-Konzert geboten bekommt. Schließlich sieht man - die Studiowerke im Ohr - die Band auf der breiten Bühne eines mindestens mittelgroßen Konzersaals plus 18-köpfiges Streich- und Blasorchester vor sich. Doch die Halle war das Düsseldorfer Zakk, womit ausgeschlossen werden konnte, dass die Gastspieler dort Pauken und Trompeten auffahren würden. Da für mich jedoch die Songs immer vor dem Bombast kamen, erschien mir alles nur noch besser zu laufen.

Zunächst betraten die National Anthems aus Schweden ohne Spektakel das Podest. Schon beim Test der Bassdrum setzte der eigene Herzschlag aus und man erwartete Lautes von den Jet-Lookalikes, das ganze entpuppte sich jedoch schnell als recht melodiöses, flockig-rockiges Set.

Für den Hauptact sollte etwas mehr Spannung generiert werden, Saallicht aus, Nebelmaschine an. Dann standen tatsächlich die fünf von Embrace und keine Seele mehr auf der schmalen Bühne des kleinen Saals dicht vor ihrem etwa Mitte zwanzigjährigen Britpop-Publikum. Und aus den pompös aufgeladenen Popstücken wurden minimal instrumentierte Rocksongs, dennoch opulent unterfüttert durch eine kreischende Gitarre - zwei davon verloren an diesem Abend je ein komplettes Set Saiten - und scheppernde Schlagzeugbecken. Der Backgroundgesang kam von vorn aus zahlreichen euphorisierten Kehlen. Danny McNamara wusste eine souveräne Bühnenhauptfigur abzugeben, und die Emotionen der Songs in die Menge zu transportieren, einem See aus vergnügt/ bewegt strahlenden Gesichter. Wäre Richard McNamara der Pony nicht bis zur Oberlippe gewachsen, hätte er es auch sehen können.